2 Pizzen für 20 Millionen Dollar

Foto einer Pizza im Steinofen

2 Pizzen für 20 Millionen Dollar

Der Twitter-Account @bitcoin_pizza tut nichts anderes, als täglich den Wertzuwachs von Bitcoin in US-Dollar melden. Die Referenz sind zwei Pizzen, die am 22. Mai 2010 vom Programmierer Laszlo Hanyecz für 10’000 Bitcoin gekauft wurden. Es war die erste Zahlungsabwicklung mit der digitalen Währung überhaupt.

 

The #Bitcoin pizza is worth $21,453,066 today. (+4% from yesterday)

— Bitcoin Pizza (@bitcoin_pizza) May 23, 2017

 

Die revolutionäre Bedeutung dieser Geschichte hat sich im kollektiven Bewusstsein kaum festgesetzt – weil die Anekdote noch kaum jemand kennt; weil Bitcoin immer noch ein Insider-Ding ist. Doch die Insider werden immer mehr und in nicht allzu ferner Zukunft könnten digitale Währungen unser Bar- und Kartengeld ersetzen.

Die rasant steigende Nachfrage treibt den Preis für Bitcoins chronisch in die Höhe. Die 10’000 Bitcoins, die Hanyecz für die zwei Pizzen bezahlte, waren damals 25 Dollar wert. Als am 6. März 2015 – fünf Jahre später – der erste Tweet über @bitcoin_pizza abgesetzt wurde, waren es bereits rund 2.5 Millionen. Am vergangenen 22. Mai 20.5 Millionen.

Nachdem Japan – eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt – den Bitcoin jüngst zu einem offiziellen Zahlungsmittel erklärt hat und die US-Börsenaufsicht die Möglichkeit ernsthaft prüft, Wetten auf den Bitcoin-Kurs zuzulassen, ging der Kurs zuletzt noch einmal extra steil. So, dass ein Bitcoin aktuell mehr Wert hat als eine Feinunze Gold (rund 30 Gramm).

Kritiker monieren, dass der Bitcoin eine Spekulantenwährung; dass er gänzlich frei von einem Gebrauchs- oder Verbrauchswert sei. Er helfe illegale Geschäfte spurlos abzuwickeln, da keine zentrale Regierung oder Bank die Transaktionen kontrollieren könne. Umgekehrt argumentieren die Befürworter, dass der Bitcoin die Benutzer unabhängiger mache, damit sei er gut für die Demokratisierung des Finanz- und Handelssystems.

So oder so: digitale Währungen werden weiterhin zu Reden geben und – sollten sie sich vom Nischenphänomen zu einer Mainstream-Anwendung entwickeln – ungeahnte Veränderungen mit sich bringen. Nicht nur im Zahlungswesen sondern in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Altes Gemälde: Das Goldene Kalb aus der biblischen Geschichte

Kalb = Zins

Die Sumerer, ein Volk, welches vor 5000 Jahren im heutigen Irak lebte, verwendeten für Kalb und Zins dasselbe Wort. Heute sind Zinsen kein Kalb mehr Wert. Geld war noch nie so billig.