99 Cent für 2.3 Millionen

Ausschnitt von einem Porträt von Andreas Gursky

99 Cent für 2.3 Millionen

Es wirkt ironisch, dass ein Foto von Billigware es schaffte, einen Rekord für die am teuersten verkaufte zeitgenössische Fotografie aufzustellen. Für seine grossformatige Fotografie flickte Andreas Gursky mehrere einzelne Aufnahmen aus einem 99-Cent-Store in Los Angeles zusammen. Entsprechend trägt sein Kunstwerk den Namen «99 Cent». Beinahe endlos scheinen die Supermarktregale in die Breite zu gehen, während die anonyme Kundschaft durch die Gänge geistert. Sein Handwerk und seine Fähigkeit, menschliche Banalitäten mit anderen Augen zu betrachten, ermöglichten der modernen Fotografie den Aufstieg in die hohe Kunst. 2006, in der Zeit vor der Finanzkrise wurde «99 Cent» für 2.3 Millionen Dollar versteigert – das sind heute umgerechnet knapp 2.9 Millionen Franken. Der Rekord für eine zeitgenössische Fotografie wurde inzwischen übertroffen, aber der Verkauf hat mehr als jeder andere dazu beigetragen, die moderne Fotografie neben den Ölgemälden und Marmorskulpturen alter Meister auf die Seiten der Auktionskataloge zu katapultieren.

Andreas Gurskys Fotografie «99 Cent»
Collage mit Skorpion, Taschenrechner, Sparschwein, gefülltem Münzglas, Zehnernote

Was kostet eigentlich Skorpiongift?

Dass man Skorpiongift sammeln statt es möglichst weit weg von sich haben möchte, ist kaum vorstellbar. Und doch gibt es Menschen, die das tun, ja, sogar danach lechzen – und das kostet jene eine Stange Geld.