Abfall im Wert von 57 Milliarden Dollar

Nahaufnahme von Schrott von ausrangierten Mobiltelefonen

Abfall im Wert von 57 Milliarden Dollar

Ein Alltag ohne elektrische und elektronische Geräte ist für die wenigsten von uns noch vorstellbar. Zu den Haushaltsgeräten wie Kühlschrank und Mikrowelle gesellten sich in den letzten Jahrzehnten viele weitere Devices. Beispielsweise Desktop-Computer, Laptops, Tablets und Smartphones. 

Gemäss einer Umfrage von Deloitte aus dem Jahr 2018 besitzen 92% der Schweizerinnen und Schweizer ein Smartphone. Die Schweizer Organisation Swico Recycling geht davon aus, dass alle 18 Monate auf ein neues Gerät gewechselt wird. Folglich fällt viel Elektroschrott, auch E-Waste genannt, an. 

Natürlich werden nebst Smartphones auch andere Geräte in mehr oder weniger regelmässigen Intervallen ausrangiert. Die Rechnung ist simpel: Je mehr elektrische und elektronische Devices über die Ladentheke gehen, desto mehr E-Waste entsteht. 

Laut des «Global E-Waste Monitor 2020» fielen 2019 weltweit über 53 Millionen Tonnen Elektroschrott, im Schnitt 7.4 Kilogramm pro Kopf, an. Die Verfasser des Reports rechnen damit, dass sich die Menge bis 2030 auf knapp 75 Millionen Tonnen beziehungsweise 9 Kilogramm pro Kopf steigern könnte. 

Problematisch ist der Anstieg von E-Waste insbesondere, weil die Geräte selten korrekt entsorgt und rezykliert werden. 2019 waren es bloss 17.4 Prozent. Da die Devices häufig heikle Stoffe wie etwa Quecksilber beinhalten, ist unsachgemässes Entsorgen belastend für Umwelt und allenfalls sogar den Menschen. 

Werden ausrangierte Geräte korrekt entsorgt, können sie zudem zerlegt und ihre Bestandteile wieder in den Stoffkreislauf geführt werden. Der nicht rezyklierte Elektroschrott des vergangenen Jahres hat gemäss «Global E-Waste Monitor 2020» einen Wert von 57 Milliarden US-Dollar.

Die Schweiz verfügt über ein sehr fortschrittliches Entsorgungssystem, was E-Waste betrifft. Konsumentinnen und Konsumenten bezahlen bereits beim Kauf eine vorgezogene Recyclinggebühr. Das heisst, alte Geräte können bei Herstellern, Importeuren, Händlern und Sammelstellen kostenfrei zurückgegeben werden. 

Wer der Umwelt schon vorher Gutes tun möchte, überlegt sich die Anschaffung eines elektrischen oder elektronischen Gerätes zweimal. Vielleicht lässt sich das Smartphone oder der Drucker ja reparieren? Und wenn doch ein neues Gerät her muss, tut es vielleicht eines aus zweiter Hand? 

 

Ich wechsle mein Smartphone

Choices
Foto der App Depop auf einem Smartphone

Mit Secondhand-Mode zur Millionärin

Die Marktplatz-App Depop legt weltweit an Beliebtheit zu. Eine kanadische Nutzerin hat mit dem Wiederverkauf von Secondhand-Mode kürzlich sogar die Millionengrenze geknackt.