Alle für einen – einer für alle

Bild der Musketiere, wie sie ihre Schwerter empor heben.

Alle für einen – einer für alle

In der Schweiz untersteht jede in der Schweiz wohnhafte Person der Pflicht, eine Krankenversicherung abzuschliessen. Unabhängig vom individuellen Krankheitsrisiko zahlen wir alle eine monatliche Prämie – erkrankt jemand, kommen die Krankenkassen für die entstehenden Kosten auf. Jeder von uns zahlt also einen Anteil für Krankheitskosten der gesamten Schweizer Gesellschaft.

Die Krankenversicherung ist nur eine von vielen sogenannten Personenversicherungen. Nebst dieser Kategorie gibt es Sachversicherungen, die zur finanziellen Absicherung von Besitz und Eigentum dienen, wie beispielsweise eine Hausrat- oder Rechtsschutzversicherung. Mit der Entwicklung unserer Gesellschaft haben sich natürlich auch die Ansprüche an Versicherungen geändert. So kann man sich beispielsweise mittlerweile gegen Cyberkriminalität versichern.

Der Ursprung des Versicherungsprinzips liegt weit vor Christus Geburt. Die erste Form war die Seeversicherung und entstand mit dem gewerblichen Handel von Gütern über den Seeweg. Schon babylonische Händler sollen 4000 bis 3000 vor Christus sogenannte Bodmerei-Verträge abgeschlossen haben: Kapitäne leihten sich Geld, um Schiffe zu reparieren oder aufzurüsten, wobei als Gegenleistung Teile des Transportmittels temporär an die Geldgeber verpfändet wurden.

Bodmerei-Verträge etablierten sich bei allen seefahrenden Nationen wie den Phöniziern, Griechen sowie den Römern. In der Schweiz, umgeben von Bergen, kannte man eine solche Sachversicherung natürlich nicht. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden hierzulande mancherorts beispielsweise Wetter- und Feuerkassen, die Bauern bei einem wetter- oder feuerbedingten Schadensereignis finanziell unterstützten. Vorher konnten sich Landwirte bei einem Schadenfall der genossenschaftlichen Solidarität gewiss sein.

Auch Personenversicherungen wie wir sie gegenwärtig kennen, waren über Jahrhunderte gewissermassen hinfällig, da die Sicherheit des Einzelnen Teil der gesellschaftlichen Konventionen war. Enge Familienverbände und die Kirche kümmerten sich zum Beispiel im Fall von Krankheit. Heute ist Sicherheit eingekauft: 2015 haben Herr und Frau Schweizer gemäss Bundesamt für Statistik monatlich 322 Franken für ihre Krankenkassenprämie hingeblättert.

Bild der Skulptur «Bust of the Collector» von Damien Hirst

Hauptsache es kostet viel

Ein Jahrzehnt hat sich der umstrittene Künstler Damien Hirst Zeit gelassen, bevor er letztes Jahr mit der teuersten und gleichzeitig absurdesten Einzelausstellung aller Zeiten sein Comeback gab.