Aus Nichts Geld machen

Bildausschnitt der Million Dollar Homepage

Aus Nichts Geld machen

Wer kennt die Situation nicht: Man ist plötzlich ganz fasziniert von einer Idee, die die Welt erobert hat. Nicht weil sie hochkomplex ist. Nein. Weil sie eben so unspektakulär ist, dass sie x-jemandem hätte kommen können. Und dann ist es vielleicht noch eine Millionenidee mit einem scheinbar unendlichen Markt, wie im Beispiel von Tupperware.

Da die luftdicht verschliessbaren Kunststoffbehälter für den Küchen- und Haushaltsgebrauch einem praktischen Sinn dienen, kann man sich den Erfolg erklären – quasi die ganze Welt bewahrt Essensreste auf oder verstaut Kleinkram gerne sortiert. Grotesk wird es dann, wenn eine Idee völlig sinnbefreit ist oder gar mit der eigenen Absurdität kokettiert und trotzdem Umsatz bringt.

Ein idealer Marktplatz für das Absurde ist das Internet. Das hat 2006 Alex Tew eindrücklich demonstriert. Um seine Studiengebühren zu finanzieren, hat der damals 21-jährige Brite die Website milliondollarhomepage.com aufgeschaltet. Darauf zu sehen war zunächst ein leeres Raster; 1000 Pixel breit, 1000 Pixel hoch. Pro Pixel verlangte Tew einen US-Dollar.

Die Geschichte wurde von den Medien aufgenommen und ging um die Welt – schlicht, weil Tew der erste gewesen war, der sich das Potenzial des Internets auf diese Weise zunutze machen wollte. Der Rummel zog Käufer beziehungsweise Inserenten an, die etwas vom Rampenlicht abbekommen wollten. Tatsächlich hat Tew schlussendlich etwas mehr als eine Million US-Dollar eingenommen. Die letzten 1000 Pixel hat er versteigert – sie gingen für 38’100 US-Dollar.

Ein jüngerer, noch absurderer Fall ist eine Website mit dem Namen howmanypeoplepaidadollartoseehowmanypeoplepaidadollar.com. Wer einen Dollar bezahlte, konnte sehen, wie viele zuvor schon einen Dollar bezahlt hatten – das war alles. Die Neugier und Zahlungsbereitschaft war so gross, dass die Seite immer wieder abstürzte und von PayPal wegen «verdächtiger Aktivität» eingeschränkt wurde. Inzwischen ist sie offline und über den finalen Kontostand kann nur noch spekuliert werden.

Foto von Schrauben und Schraubenzieher auf einer Bauanleitung

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