BioNTech forscht am nächsten Impfstoff

Szene im Labor

BioNTech forscht am nächsten Impfstoff

Vor wenigen Tagen präsentierte BioNTech seine Zahlen der ersten zwei Quartale 2021. Dazu gehörte auch eine Schätzung, wie hoch die Covid-Impfstoffumsätze 2021 ausfallen: 15.9 Milliarden US-Dollar. Das deutsche Unternehmen entwickelte mit Pfizer einen der ersten mRNA-basierten Impfstoffe gegen das Virus, der mitunter in der Schweiz verimpft wird.

Das Kürzel mRNA steht für «messenger ribonucleic acid» – übersetzt Boten-Ribonukleinsäure. An der Technologie wird seit Jahren geforscht. Vereinfacht gesagt, enthält ein mRNA-Impfstoff die Info, wie der Körper Antigene gegen Krankheitserreger und somit einen Impfschutz bauen kann.

BioNTech plant, im zweiten Halbjahr 2021 950 Millionen bis 1.5 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung zu investieren. Das 2008 gegründete Unternehmen arbeitet unter anderem an einem mRNA-basierten Impfstoff gegen Malaria. Ende 2022 sollen klinische Studien beginnen. 

Die Kritik, die aufgrund der ungleichmässigen, globalen Verteilung des Covid-Impfstoffes aufkam, fing BioNTech bereits bei der Ankündigung Ende Juli ab. Ziel sei – nebst der Entwicklung eines hochwirksamen Wirkstoffes – auch «der Aufbau nachhaltiger Lösungen für die Impfstoffproduktion und -versorgung auf dem afrikanischen Kontinent».

Laut der WHO infizieren sich jährlich über 200 Millionen Menschen mit Malaria. Davon sterben Schätzungen zufolge 400’000 an der Tropenkrankheit. Fast zwei Drittel der Opfer sind Kinder unter fünf Jahren. Und praktisch alle kommen aus afrikanischen Staaten, denn 94% aller Malaria-Infektionen ereignen sich in Afrika.

Obwohl Malaria zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten zählt, gibt es erst einen zugelassenen Impfstoff auf dem Markt. «Mosquirix» ist ein nicht mRNA-basiertes Vakzin von Glaxo Smith Kline und wird seit 2019 im Rahmen von Pilotprojekten verabreicht. 30 Jahre wurde dafür geforscht, die Wirksamkeit beträgt bei Kleinkindern und Säuglingen zwischen 26 und 36 Prozent.

Dass die Forschung noch nicht weiter ist, hat unter anderem mit der Komplexität des Erregers zu tun. Es handelt sich dabei um einen Parasiten namens Plasmodium. Wir würden nach wie vor nicht verstehen, wie der Mensch auf ihn reagiere und wie die menschliche Immunität aussähe, sagte Pedro Alonso, der Direktor des globalen Malariaprogramms der WHO, in einem Interview.

Auch wurden längst nicht so viele finanzielle Mittel in die bisherige Forschung investiert wie zum Beispiel in die Entwicklung von Covid-Impfstoffen. Laut WHO erreichte die Gesamtfinanzierung für die Malariabekämpfung und -eliminierung 2019 schätzungsweise 3 Milliarden US-Dollar. Alonso schätzt, dass alleine in den ersten 10 Monaten 2020 mehr als 14 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung von SARS-CoV-2-Impfstoffen flossen.

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