Corona zeigt sich auch an der Zapfsäule

Mosaik mit Zapfsäule

Corona zeigt sich auch an der Zapfsäule

2.5 Milliarden Liter Benzin und gut 2 Milliarden Liter Diesel wurden 2019 an Schweizer Tankstellen gezapft. Die Preise pro Liter inklusive Mehrwertsteuer betrugen im gleichen Jahr zwischen 1.60 und 1.74 Franken – je nach Kraftstoff.

Zum Vergleich: Vor zehn Jahren, also 2009, wurden hierzulande knapp 4 Milliarden Liter Benzin und 1.4 Milliarden Liter Diesel getankt. Die Kosten beliefen sich damals durchschnittlich zwischen 1.50 und 1.60 Franken pro Liter, inklusive Mehrwertsteuer.

Die Kraftstoffpreise sind von verschiedensten Faktoren abhängig und damit entsprechend vielen Schwankungen ausgesetzt. Der Zyklus beginnt beim Mineralölkonzern, der Rohöl fördert – die Grundlage von Benzin und Diesel. Nach dem Transport in eine Raffinerie wird der Grundstoff gereinigt und veredelt. Ein weiterer Transport führt beispielsweise zu einer Landesreserve oder einer Tankstelle. 

Irgendwo dazwischen wirken sich die Börse, Politik, Währungswechselkurse und die Umwelt auf die Preise von Benzin und Diesel aus. Ist beispielsweise der Pegelstand des Rheins tief, verändert sich die mögliche Frachtmenge eines Tankers, was sich wiederum auf den hiesigen Literpreis übertragen kann. Denn: Hierzulande wird der meiste Kraftstoff importiert.

Die Volatilität zeigte sich auch während der Corona-Pandemie. Aufgrund des vielerorts verhängten Lockdowns und des veränderten Mobilitätsverhaltens sanken die Nachfrage, der Rohöl-Preis und genauso der Preis von Benzin respektive Diesel: Im Mai betrug der Literpreis in der Schweiz zwischen 1.38 und 1.48 Franken. 

Diese Berg- und Talfahrt wird sich wohl auch auf die Schweizer Staatskasse auswirken. Sämtliche Einnahmen über die sogenannte Mineralölsteuer machten 2019 immerhin 6.2 Prozent der Bundeseinnahmen aus. Bei unverbleitem Benzin beläuft sie sich auf gut 73 und bei Dieselöl auf gut 75 Rappen je Liter.

Inwiefern Mineralölkonzerne ernsthaft von der Corona-Pandemie betroffen sind, bleibt abzuwarten. Immerhin befinden sich unter den zehn weltgrössten Unternehmen sechs Firmen, die im Bereich der Erdölförderung tätig sind. Die finanziellen Reserven dürften entsprechend gross sein.

 

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