Cricket-Fieber auf Netflix

Foto der Chennai Super Kings bei einem Spiel 2008

Cricket-Fieber auf Netflix

Fussball, Baseball, Basketball – drei häufig vertretene Disziplinen auf der Liste der erfolgreichsten professionellen Sportligen. Mit Cricket ist nur eine einzige Liga vertreten und zwar die Indian Premiere League (IPL). Während eines jährlichen Turniers in Indien kämpfen jeweils acht Teams um den Titel. Gespielt wird eine Kurzform des Games, sogenanntes Twenty20-Cricket.

Das Turnier ist der erfolgreichste Cricket-Event der Welt und zieht Millionen von Zuschauerinnen und Zuschauern an. Live in den Stadien, aber auch zuhause am Screen. Die Indian Premier League war 2010 der erste Sportevent, der live auf Youtube übertragen wurde. Auf das Phänomen ist mittlerweile auch Netflix aufmerksam geworden und hat die Serie «Cricket Fever» produziert. Der Streaminganbieter porträtiert in acht Folgen das Team der Mumbai Indians.

Die IPL hat elf Jahre nach dem Eventlaunch einen geschätzten Wert von 6.3 Milliarden US-Dollar. 2017 lag er noch bei 5.3, 2016 bei gut 4 Milliarden Dollar. Ein solch populärer Sport interessiert natürlich auch TV-Stationen. Eine lukrative Wechselwirkung für beide Seiten, denn der Verkauf von Übertragungsrechten finanziert den Wettbewerb und die übertragenden Kanäle können hohe Zuschauerquoten erwarten respektive teure Werbeplätze verkaufen.

Die weltweiten IPL-Übertragungsrechte für die Periode von 2018 bis 2022 hat sich STAR India gesichert – für 2.5 Milliarden US-Dollar. Facebook hat sein Glück ebenfalls versucht und 610 Millionen US-Dollar fürs Streaming während fünf Jahren geboten. Zuvor lagen die Rechte während zehn Jahren bei der World Sports Group für 1 Milliarde US-Dollar.

Auch Sponsorenverträge werden immer relevanter. 2017 hat die IPL dank ihnen 1 Milliarde US-Dollar eingenommen. 2018 wird diese Zahl wohl noch rosiger aussehen, denn der chinesische Smartphone-Hersteller Vivo hat sich für 340 Millionen US-Dollar temporär ins Naming eingekauft. Bis 2022 heisst das Turnier Vivo IPL.

Gemäss Schätzungen setzt Indien 70 bis 80 Prozent der weltweiten Cricket-Einnahmen um. Doch es gibt noch andere wichtige Player: Australien und England zählen ebenfalls zu den sogenannten «Big Three». Australien trägt 2020 beispielsweise die Twenty20-Weltmeisterschaft aus.

Die Relevanz Indiens spiegelt sich auch in den Handlungen des Weltcricketverbands. Indiens nationales Cricket-Gremium erhält beispielsweise für die Periode von 2016 bis 2023 405 Millionen US-Dollar, England beispielsweise nur 139 Millionen. Der Verteilschlüssel sorgt immer wieder für Diskussionen. In einem Kommentar in der South China Morning Post fordert ein Journalist sogar, Indien aus dem Weltcricketverband zu kicken.

Foto mit Frauen am Rugby spielen

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