Das Schweizer Käsegeschäft

Käselaibe am lagern

Das Schweizer Käsegeschäft

Fast die Hälfte der Schweizer Milch wird zu Käse verarbeitet – in über 700 verschiedene Spezialitäten. Ein immer grösserer Teil davon geht ins Ausland: Über 75'000 Tonnen waren es 2019. Erneut stiegen damit die Ausfuhren – 4.5 Prozent mehr Käse wurde exportiert als im Vorjahr. 

Am wichtigsten im Export ist der Hart- und Halbhartkäse – beinahe drei Viertel des gesamten Exports machen diese Sorten aus, insgesamt über 56'000 Tonnen. Der Hauptabsatzmarkt für Schweizer Käse ist Europa – 80 % der Exporte gehen in die EU und davon gut die Hälfte der Gesamtmenge in unser Nachbarland Deutschland.

Die Deutschen, das zeigen die Zahlen, scheinen dabei eine Sorte ganz besonders zu mögen: Raclette. Ein regelrechter Boom wurde dabei gerade im vergangenen Jahr sichtbar: Um ganze 60 Prozent mehr Schweizer Schmelzkäse konsumierten deutsche Raclette-Liebhaber. Das überrascht selbst Experten – laut dem Geschäftsführer von Raclette Suisse, Jürg Kriech, müssen die Zahlen noch evaluiert werden.

Erstaunlich mutet für Laien dagegen an, dass die Schweiz schon 2012 beim Mozzarella zur Nettoexporteurin wurde – dass sie also bereits seit mehreren Jahren mehr Mozarella aus- als einführt. Der Mozzarella führte in der Schweiz lange ein Nischendasein, weil die bis 1998 bestehende Käse-Union den Markt knallhart regulierte und Lizenzen nur an Betriebe ausstellte, die so genannt exportfähige Produkte herstellten – also Sorten wie Emmentaler, Gruyère oder Appenzeller. Seit dem Ende der Union experimentieren Schweizer Käser*innen nun fleissig – und der Mozzarella hat sich seither gar zum beliebtesten Käse der Schweiz gemausert.

Hält der Trend trotz der Corona-Pandemie an? Das ist derzeit noch nicht absehbar. Allerdings sind laut Zahlen des Bundesamtes für Landwirtschaft im April die Exporte im Bereich Milchprodukte stark eingebrochen. Der vermehrte Heimkonsum beschert zwar im Inland neben dem Detailhandel auch den Hofläden und lokalen Produzenten eine Hochkonjunktur. Im Ausland allerdings dürfte es laut Experten für den eher hochpreisigen Schweizer Käse jedoch ungemütlich werden, gerade angesichts des starken Frankens, der Absagen von Messen und Degustationen und zögerlichen Konsumentinnen.

Foto der Nestlé-Fabrik in Vevey um 1890

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