Der Diamant, den niemand kaufen will

Diamant

Der Diamant, den niemand kaufen will

«Diamonds are forever» ist bis heute der wohl bekannteste Titelsong der James-Bond-Filmserie. Dass Diamanten für immer sind, hat 1948 als erstes die Werbeagentur N.Y. Ayers propagiert, im Auftrag von De Beers, dem lange Zeit dominierenden Diamantenunternehmen.

Und ja: Rendite bringen sie keine, aber Diamanten gelten als sichere Langzeitanlage, da ihr Materialwert vor einem Totalverlust bewahrt. Das Geschäft mit den weissen Edelsteinen wird seit Jahrhunderten von jüdischen Netzwerken dominiert. Im christlichen Europa des Mittelalters war der Diamantenschliff einer der wenigen Handwerksberufe, den Juden ausüben durften.

Der Geschäftsprozess ist bis heute der gleiche: Diamantenschleifer kaufen Rohdiamanten und verarbeiten diese zu Edelsteinen, die sie dann an Schmuckhersteller weiterverkaufen. Wegen kaum vorhandener oder schwacher Regulierungen, basiert der Handel auf Vertrauen. Es sind deshalb oft Familienunternehmen, die im Diamantengeschäft tätig sind. Oft kontrollieren sie weite Teile der Wertschöpfungskette.

Für «Lesedi La Rona» fand sich aber weder bei den jüdischen Händlern noch bei den indischen Familienunternehmen, welche seit den 1960er-Jahren weltweit an Marktmacht zugelegt haben, ein Käufer oder Käuferkonglomerat. Das anonyme Höchstgebot betrug 61 Millionen US-Dollar. Das kanadische Minenunternehmen, welches den Diamanten anbietet, wollte offiziell 70 Millionen erzielen.

Experten sehen die Gründe für das Scheitern der Auktion einerseits im schlechten Timing. Die Versteigerung fand kurz nach der Brexit-Abstimmung statt. Die Märkte waren nervös und die Investoren wenig zuversichtlich. Andererseits sei der schwächelnde Diamantenmarkt an sich schuld. Mit einer Erholung wird erst gegen 2020 gerechnet, wenn die Nachfrage in China, wo es immer mehr Reiche gibt, anzieht.

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