Der eigenartige Börsengang von Spotify

Bild von der New York Stock Exchange mit einer Spotify-Flagge

Der eigenartige Börsengang von Spotify

Der Antrag ist gestellt. Wenn alles gut kommt, könnte Spotify bereits Ende März an der New York Stock Exchange, der grössten Börse der Welt, auch bekannt als «Wallstreet», gelistet sein. Allerdings strebt das schwedische Unternehmen sozusagen einen Börsengang «light» an – das macht es selbst für Börsenexperten schwierig, einen Aktienpreis abzuschätzen.

Konkret will Spotify das übliche und sehr teure Preisbildungsverfahren auslassen, bei dem Investoren im Rahmen eines sogenannten IPO (Initial Price Offering) im Vorfeld des Börsengangs dazu eingeladen werden, ihre Gebote abzugeben. Aus der Mengennachfrage und den Preisgeboten leitet die mit dem Börsengang beauftragte Bank oder Beratungsfirma dann den Aktienwert ab.

Die Strategie des Musik-Tech-Giganten ist ohne Beispiel und mutig – umso mehr, da das Unternehmen nach den gängigen Massstäben, die bei einem Börsengang angesetzt werden, relativ schwer einzuschätzen ist. Zunächst einmal führt Spotify eine weltweite Revolution des Musikkonsums an, deren Entwicklung am Anfang steht. Das Potential ist zwar riesig – doch mehr als die Hälfte der rund 160 Millionen Abonnenten nutzt den Dienst immer noch gratis.

Es besteht zudem das Risiko, dass Gerichte das Unternehmen in Zukunft zwingen werden, Nachzahlungen für nicht oder zu wenig geleistete Urheberrechtsvergütungen zu bezahlen. Beispiel: Ein Musikverlag klagt den Streaming-Dienst aktuell für 1.6 Milliarden US-Dollar ein.

Allerdings, sagt Robert Weitzner, ein renommierter Branchenexperte, seien solche Zahlungen einkalkuliert, da Spotify nur Gelder zurückhalte, wenn es diese nicht eindeutig zuweisen könne.

Nicht zuletzt war das Unternehmen seit seiner Gründung im 2006 noch nie profitabel, trotz rapide steigender Bezahl-Abo-Zahlen und einer Vervierfachung des Umsatzes seit 2014 – zuletzt auf 4.99 Milliarden US-Dollar. Eine Investmentbank, die schon früh in Spotify investiert hat, stellt in einem Business Insider-Artikel klar: Die kurzfristige Priorität ist Wachstum, konkret: 200 Millionen Premium-Abonnenten bis Ende 2020. Dann komme auch die Rentabilität.

Als Anhaltspunkt für den möglichen Aktienwert beim kommenden Börsengang können deshalb nur vergangene Transfers dienen. So ergibt sich ein Spektrum von 90 bis 132.50 US-Dollar pro Aktie – jeweils das Minimum bzw. Maximum, welches für Spotify-Anteilsscheine jüngst bezahlt wurde. Spotify selbst warnt aber davor, diese Zahlen zur Orientierung zu nehmen.

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