Der Goldmann verliert an Glanz

Nachbildung eines Oscars

Der Goldmann verliert an Glanz

Die diesjährige Oscar-Verleihung ging zwei Monate später über die Bühne als in anderen Jahren. Der Grund, wenig überraschend: Corona.  Wegen der Pandemie mussten die Veranstalter auch die Location wechseln – die Preisverleihung fand nicht im Dolby Theater, sondern an der Union Station in Los Angeles statt.

Eine historische Ausgabe also, aber nicht nur wegen der Umstände. Auch die Zuschauerzahlen gehen in die Geschichte ein. Sie befanden sich auf einem Rekordtief. Insgesamt 10.4 Millionen Menschen schauten sich die 93. Oscar-Verleihung am 25. April an. Mehr als 50% weniger als 2020

Sind Zuschauer*innen nach dem Pandemie-Jahr einfach müde, ihre Freizeit vor einem Screen zu verbringen? Die Erklärung greift wohl zu kurz. Denn die Zuschauerzahlen befinden sich seit Jahren im Sinkflug. Im Jahr 1998 verfolgten noch mehr als 55 Millionen Personen die Preisverleihung, 2014 waren es immerhin noch 40 Millionen.

Wie lange das für den übertragenden Sender ABC finanziell noch gut geht, steht in den Sternen. ABC hat mit der Organisation hinter den Oscars, der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, einen Deal bis 2028 ausgehandelt. Fast eine Milliarde US-Dollar soll der Sender für die Übertragungsrechte zwischen 2021 und 2028 zahlen.

Trotz sinkenden Zuschauerzahlen verlangte ABC heuer denselben Betrag für einen 30-sekündigen Werbeclip während der Verleihung wie vor fünf Jahren, als noch 34 Millionen Zuschauer*innen eingeschalteten. Nämlich 2 Millionen US-Dollar. Alle Slots wurden verkauft, unter anderem Google, Adidas und Airbnb kauften Werbezeit während der diesjährigen Oscar-Show. 

Das schwindende Oscar-Interesse ist nicht nur für Werber*innen ärgerlich, zumal ihnen keine Quoten versprochen und entsprechend keine spätere Werbealternativen angeboten werden. Auch für Filmemacher*innen ist – oder eben wäre – die Verleihung wichtig für die Visibilität ihrer Arbeit und natürlich Kinoticket-Verkäufe.

Das zeigt unter anderem ein Beispiel von der Verleihung im Jahr 2019. «Green Book» wurde damals mehrfach ausgezeichnet und gewann mitunter den Oscar in der Kategorie «Bester Film». Der Film spielte nach der Verleihung weltweit nochmals Millionenbeträge ein. 

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