Der ökologische Fussabdruck von Geld

Foto von gestapelten 50er Noten

Der ökologische Fussabdruck von Geld

2015, dem bisher letzten von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) statistisch ausgewiesenen Jahr, waren in der Schweiz rund 70 Milliarden Franken-Banknoten im Umlauf. Dem «Papiergeld-Betrieb» sind zwei Drittel der Umweltbelastung, die von der SNB ausgeht, zuzurechnen.

Der Lebenszyklus einer Banknote beginnt mit der Baumwollfaserproduktion, welche grundlegend ist für die Spezialpapierproduktion, und endet einst mit der ordentlichen Verbrennung der Noten.

Grafik, die den Geldproduktions- und Umlaufzyklus von Geld in der Schweiz abbildet. Grundlegend notwendig für den Beginn des Prozesses sind Material und Energie. Prozess: Baumwollfaserproduktion, Papierproduktion, Banknotenproduktion, Einlagerung & Verteilung, Nutzung der Noten (Umlauf), Verarbeitung der Noten, Entsorgung der Noten. Im Laufe des ganzen Prozesses entstehen Abwasser, Abluft und Abfälle.

Die Herstellung (Schritte 1 bis 3) einer Schweizer Banknote kostet 40 Rappen – unabhängig davon, ob es sich um eine Tausender- oder Zehnernote handelt. Im Schnitt bleibt eine Note drei Jahre im Umlauf, fällt also mit 13 Rappen pro Jahr zu Buche. Dazu kommen die jährlichen Betriebskosten (Schritte 4 bis 7), die 20 Rappen und somit den überwiegenden Teil ausmachen.

Insgesamt müssen für eine Geldnote also 33 Rappen pro Jahr aufgewendet werden. Bei 421 Millionen Noten, die im 2015 ausgegeben wurden, sind das Gesamtkosten in Höhe von rund 139 Millionen Franken.

In einer Umweltkostenrechnung ausgedrückt verursacht die Produktion und der Umlaufbetrieb (ohne Entsorgung) der jährlich neu gedruckten beziehungsweise ausgegebenen Banknoten einen Ausstoss von ungefähr 1,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Zum Vergleich: Das ist in etwa gleich viel, wie notwendig ist, um ein Jahr lang 200 Einfamilienhäuser zu beheizen, also ein Schweizer Dorf. Damit ist Geld im Vergleich kein kritischer CO2-Verursacher. Dazu kommt, dass mit dem Geld, welches jährlich aus dem Verkehr gezogen und verbrannt wird, wiederum 8 durchschnittliche Einfamilienhäuser ein ganzes Jahr lang beheizt werden.  

Abbildung Wertpapier

Als das Papiergeld laufen lernte

Bereits die Hälfte der Banken nimmt kein Bargeld mehr an: Schweden will bargeldlos werden – und bleibt damit seiner Vorreiterrolle treu. Das nordische Land war 1661 nämlich das erste in Europa mit Papiergeld.