Der unklare Ursprung einer Geschäftsidee

Foto eines Laboranten mit einer Petrischale

Der unklare Ursprung einer Geschäftsidee

Eine geniale Erfindung schreit nach einem Patent. Eine erfolgreiche Patentanmeldung kommt allerdings noch keinem Geldregen gleich und schon gar keinem unendlichen. In der Schweiz schützt ein Patent eine technische Erfindung während 20 Jahren. Es verbietet anderen während dieser Zeit, die Erfindung für gewerbliche Zwecke zu nutzen. Inhaber können ihr Patent optional monetarisieren, beispielsweise indem sie die Nutzung der Erfindung an eine kostenpflichtige Lizenz koppeln.

Nicht immer ist klar, wer als tatsächlicher Erfinder eines Produkts gilt. Der Selfie-Stick gehört mitunter in diese Man-weiss-es-nicht-so-richtig-Kategorie. Auch Apple und Samsung schlugen sich über Jahre mit dieser Frage herum. Apple unterstellte Samsung, das iPhone kopiert zu haben. Erst vor Kurzem wurde der siebenjährige Patentstreit zwischen den beiden Tech-Riesen mit einer aussergerichtlichen Einigung beendet.

Es gibt nicht nur Patentreibereien im Produktbereich, denn Verfahren können ebenfalls patentiert werden. Im Mai 2012 haben beispielsweise die beiden Forscherinnen Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier das gentechnische Verfahren CRISPR/Cas9 in den USA zur Patentierung angemeldet, im Dezember des gleichen Jahres reichte Feng Zhang seine CRISPR/Cas9-Patentanmeldung beim Patent- und Markenschutz-Office (PTO) ein. Beide Parteien erhielten ein Patent, denn die Eingaben beschrieben gemäss PTO nicht 1:1 dasselbe Verfahren.

Meldet man ein Patent an, muss man alle Gedanken rund um die Erfindung detailliert offenlegen und sämtliche Mechanismen erklären. Doudna und Charpentier haben ihre Genschere, wie das CRISPR/Cas9-Prinzip manchmal genannt wird, bei der Patentanmeldung nur auf Bakterien angewandt erklärt. Zhang patentierte das Verfahren hingegen für höhere Zellen wie jene von Pflanzen, Tieren und Menschen. Für Doudna und Charpentier ist allerdings offensichtlich, dass ihr Patent auch Zhangs patentierte Bereiche beinhaltet. Für diese Auslegung kämpfen sie jetzt vor der letztmöglichen Instanz: dem amerikanischen Bundesgericht.

Das CRISPR/Cas9-Verfahren ist präziser, schneller und günstiger als bisherige sogenannte «Gene Editing»-Ansätze und hat bei jedem bis dato getesteten Organismus funktioniert. Es fusst auf einem natürlichen Mechanismus von Bakterien zur Bekämpfung von Viren, der mittels mikrobiologischer Verfahren auf andere Zellen übertragen wird.

Eben diese Verfahren sind patentierbar, der rein natürliche Prozess wäre es indes nicht. Mithilfe der CRISPR-Technik sollen sich mitunter Pflanzen-Nährwerte verändern, neue Antibiotika entwickeln und auch Erbkrankheiten ausmerzen lassen. Es sind allerdings auch Fälle bekannt, in denen die Anwendung von CRISPR/Cas9 zu Krebs oder neuen Krankheiten geführt hat.

Grundsätzlich gilt das CRISPR-Prinzip als äusserst vielversprechend und entsprechend lukrativ ist ein Lizenzgeschäft. Doudna und Charpentier haben ihr CRISPR/Cas9-Patent über die UC Berkeley angemeldet, jenes von Feng Zhang läuft über das Broad Institute des Massachusetts Institute of Technology und der Universität Harvard.

Beide Institutionen wiederum haben die CRISPR/Cas9-Lizenzen unter verschiedenen Konditionen an verschiedene Firmen verkauft. Das Broad Institute unter anderem an Editas Medicine. Als sich der Berufungsausschuss des PTO für die Beibehaltung der bisherigen Patentverteilung ausgesprochen hat, stieg der Marktwert von Editas Medicine um 265 Millionen US-Dollar.

Bild der Unternehmerin Eren Ozmen

Die Luft wird dünner im Weltraum

Superreiche Männer dieser Tage bauen keine Megabauten mehr, um sich zu verewigen. Stattdessen greifen sie wortwörtlich nach den Sternen. Jetzt kriegen sie Konkurrenz. Von einer Immigrantin.