Die Fussball-WM nach der Fussball-WM

Screenshot aus dem Game Fifa 2018

Die Fussball-WM nach der Fussball-WM

Der jüngste Fussball-Weltmeister heisst nicht nur Frankreich, sondern auch Saudi Arabien. Mossad Aldossary alias MSDossary holte sich Anfang August den FIFA eWorld Cup-Pokal in London. 20 Millionen Gamer haben in einer mehrmonatigen Vorrunde ihr Glück versucht, 32 virtuelle Kicker aus 19 Nationen schafften es zum grossen Showdown in die O2-Arena. Schliesslich entschied der 18-jährige Aldossary das dreitägige Turnier für sich und sackte ein Preisgeld von 250’000 US-Dollar ein. Insgesamt winkten 400’000 US-Dollar an Preisgeldern.

Der FIFA eWorld Cup ist längst nicht das einzige E-Sport-Turnier, das in einem Stadion ausgetragen wird. Die letztjährige League of Legends World Championship beispielsweise – mit einem Gewinnpot von insgesamt 5 Millionen US-Dollar notabene – fand im Nationalstadion von Beijing statt. 40’000 Zuschauer fanden sich vor Ort ein, mehreren Millionen Zuschauer verfolgten das Turnier am Bildschirm. Die Zahlen sprechen für sich: E-Sport entwickelt sich zu einem Milliarden-Business. 2018 soll die Szene über 900 Millionen US-Dollar Umsatz generieren, 2020 werden bereits 1.4 Milliarden erwartet.

Die FIFA hat diese Tendenzen schon früh erkannt. Seit 2004 veranstaltet der Weltfussballverband jährlich eine virtuelle WM – bis 2017 unter dem Namen FIFA Interactive World Cup, nun als FIFA eWorld Cup. Nicht nur das Etikett hat sich verändert, ebenso stieg das Preisgeld für den Gewinner von 20’000 auf die eingangs erwähnten 250’000 US-Dollar. Zudem werden die Gamer neuerdings auf Doping getestet. Das Rebranding und der Ausbau des E-Sport-Turniers sollen gemäss FIFA dem massiven Potential von E-Sport Rechnung tragen.

Nicht nur die FIFA reagiert auf den Boom. Über 20 europäische Clubs haben ihre eigenen E-Sport-Teams aufgebaut, darunter Manchester City und Paris St Germain. Der deutsche VfL Wolfsburg war der erste professionelle Fussballclub überhaupt, der einen E-Sport-Spieler unter Vertrag nahm. Seit Mai 2015 vertritt Benedikt Saltzer den Bundesliga-Verein an virtuellen FIFA-Turnieren. Auch der FC Basel hat eine eigene E-Sport-Mannschaft gegründet und sich mit Tim Katnawatos alias TheStrxngeR am FIFA eWorld Cup 2018 in die Top-Acht gespielt.

Foto einer Arena, in der Live-Gaming gezeigt wird

Geld verdienen mit Gamen

Die E-Sport-Szene wächst Jahr für Jahr. Es gibt mittlerweile Gamer, die sich mit Computerspielen ihr Leben finanzieren und sechs- bis siebenstellige Saläre einstreichen.