Die Mega-Yachten der Oligarchen

Ein Schiffsbug von oben

Die Mega-Yachten der Oligarchen

Sind die fetten Jahre nun vorbei? Das dürften sich derzeit viele vermögende Russ:innen mit guten Beziehungen zur Putin-Regierung fragen. Angesichts der immer länger werdenden Liste von Sanktionen, die der Westen aufgrund der Invasion in die Ukraine über die russische Regierung, Wirtschaft und Elite verhängt, drohen ihnen nicht nur Geschäfte verlustig zu gehen, sondern auch Vermögen, Anlageobjekte und Besitztümer. Und dazu gehören insbesondere: Luxus-Yachten. Wir haben uns sechs davon angeschaut.  

 

 

SY A

Fotografie der SY A in Kiel

Bild: Wikipedia

Der Preis dieser vor kurzem von den italienischen Behörden beschlagnahmten Mega-Yacht SY A des russischen Milliardärs Andrei Melnichenko lässt einem leer schlucken: Satte 530 Millionen Euro soll der Kahn gekostet haben. Der Dreimaster hat eine Länge von knapp 143 Metern, eine Höhe von 90 Metern und umfasst acht Decks. Panorama-Lounge, Heimkino, ein schiffeigenes U-Boot sowie Helikopterlandeplatz – alles inklusive. In See ging das Schiff 2017 in Kiel. Melnichenko hatte sich 2008 bereits ein «kleineres», motorgestütztes, schlicht «A» benanntes Boot gegönnt. Dessen Preis von rund 200 Millionen Euro mutet im Vergleich schon fast wie ein Schnäppchen an.

 

 

Solaris

Fotografie der Solaris in Bremerhaven

Bild: Wikipedia

Sie kreuzte unlängst noch vor der Küste Albaniens und wartete auf Anweisungen: Die 140-Meter lange, im Mai 2021 fertiggestellte Solaris, die dem Noch-Eigentümer des englischen Fussballclubs Chelsea, Roman Abramowitsch, gehört. Ein Meisterstück sei dieses 48 Kabinen umfassende Schiff, so liessen ihre deutschen Erbauer:innen verlauten: Auch auf diesem Transportmittel findet sich selbstredend ein Helikopterlandeplatz, mehrere Swimmingpools und ein grosser Spa-Bereich. Kein Wunder, kommen da insgesamt 11'000 Tonnen Gewicht zusammen – und ein stolzer Preis von 600 Millionen US-Dollar. Fun Fact: Die Solaris ist Bestandteil einer veritablen Flotte – Abramowitsch besittz sechs weitere Schiffe.

 

 

Nord

Die Nord im Hamburger Hafen

Bild: Wikipedia

Zuletzt vor der Küste Ostafrikas gespottet gehört dieses 500 Millionen Dollar teure Boot dem Bergbau-Impressario Alexei Alexandrowitsch Mordaschow. Klar, auch auf dieser 2021 fertiggestellten Perle findet sich eine Sauna, ein Beach Club, ein Kino, ein Fitnesscenter. Diese “Gadgets” zählen ja quasi zur Standardausrüstung einer Mega-Yacht. Dafür kann die Nord nicht nur mit einem, sondern mit zwei Helikopter-Landeplätzen aufwarten – ein Bonus etwa für spontane Besucher:innen. Mit 142 Metern Länge schlägt sie zudem knapp Abramowitschs Solaris.

 

 

Dilbar

Die Dilbar in Barcelona

Bild: Wikipedia

Mit einer Gesamtlänge von 156 Metern kommt die Dilbar noch etwas besser weg – und belegt laut Wikipedia den 6. Platz auf dem internationalen Ranking der längsten Motor-Yachten. Vielleicht war ja das auch der Grund für ihren Bau – ersetzte sie doch unter gleichem Namen eine kleinere Yacht desselben Eigners: Alischer Burchanowitsch Usmanow, zu dessen Konzern-Konglomerat der grösste Eisenproduzent Russlands, Metalloinwest, gehört. Umgerechnet rund 550 Millionen Franken liess sich Usmanow den Bau kosten – dafür kann er den grössten je auf einem Schiff verbauten Swimmingpool sein Eigen nennen. Den Helikopter Airbus H175 gab’s übrigens gleich mit dazu. Die Dilbar sollte kürzlich in Hamburg gewartet werden – wurde dann aber gleich von den deutschen Behörden beschlagnahmt.

 

 

Scheherazade

Die Scheherazade in einem Kanal

Bild: Wikipedia

Die Mega-Yacht Scheherazade kann sich rühmen, das teuerste Schiff auf dieser Liste zu sein. 2020 in Dienst gestellt soll sie sage und schreibe 700 Millionen Dollar gekostet haben. Besonderheit: Die Yacht verfügt über ein eigenes Drohnenabwehrsystem. Dies bringt ihr aber derzeit auch nicht sonderlich viel – denn die 140 Meter lange Luxus-Yacht hängt im Trockendock des Marina di Carrara fest, einem kleinen Hafen in der Toskana. Das Schiff soll Eduard Jurjewitsch Chudainatow gehören. Dessen Name steht zwar derzeit noch nicht auf westlichen Sanktionslisten – aber die italienischen Behörden wollen die Finanzierung der Yacht etwas genauer prüfen…

 

 

Graceful

Die Graceful vor Malta

Bild: Youtube - Breed Media

Wohlweislich rechtzeitig weggebracht aus der norddeutschen Hafenstadt hat Wladimir Putin seine Graceful – sie machte sich im Februar nach Kaliningrad auf. Wo sie sich derzeit aber tatsächlich befindet, weiss man nicht.  2014 fertiggestellt findet sich natürlich auch hier das Helipad, ein Pool und allerlei weitere Annehmlichkeiten. Mit einem Gewicht von 80 Tonnen, einer Länge von 80 Metern und einem Preis von ungefähr 100 Millionen Dollar ist das Schiff des russischen Präsidenten im Vergleich zu denjenigen seiner russischen Kollegen aber geradezu bescheiden.

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