Die Zukunft des Spielens

Foto des Google Stadia Controllers

Die Zukunft des Spielens

Anfang Dezember 2020 ist Googles Stadia in der Schweiz gestartet. Für 120 Franken erhält man ein Gamepad und einen Chromecast – einen Streaming-Stick für den Fernseher. Mit einer Gmail-Adresse meldet man sich an – und kann künftig mit dem Gamestreaming-Dienst Spiele-Blockbuster direkt aus der Google-Cloud laden und zocken. Und das über verschiedene Geräte hinweg – neben dem Fernseher also auch auf dem Laptop oder auf dem Smartphone.

Die Google-Plattform ist ein deutliches Zeichen für einen der wichtigsten Trends in der Spiele-Industrie: Cloud Gaming. Beim Cloud Gaming wird das Spiel nicht mehr lokal von einer Konsole oder der Computer-Festplatte geladen, sondern läuft extern über einen Server. Die Usereingaben und Bedienungen werden über das Internet an diesen Server gesendet – dort werden die Befehle verarbeitet und ausgeführt und die Ton- und Videosignale zurück an den Client gesendet.

Praktisch bedeutet dies: Ähnlich wie bei den Subscription-basierten Services von Spotify und Netflix löst man auch beim Cloud Gaming ein Abo. Der entsprechende Anbieter stellt dann den Zugriff auf seine Spiele-Datenbank zur Verfügung. Man muss keine Konsole kaufen, lange Download-Zeiten entfallen und vor allem werden Spielstände und Speicherdaten in der Cloud gesichert – was einem zumindest theoretisch ermöglicht, von diversen Geräten aus auf ein Spiel zugreifen zu können und somit flexibel und mobil weiterzuspielen.

Stadia ist nur eine von vielen Initiativen der Tech-Giganten im Bereich Cloud Gaming. Apple lancierte 2019 den Game-Subscription-Dienst Arcade. Amazon, das 2014 die immer erfolgreichere Game-Streaming-Plattform Twitch akquirierte, entwickelt derzeit ebenfalls eine eigene Plattform, die künftig den bereits länger am Markt operierenden Konkurrenten Sony, Nintendo und Microsoft Druck machen soll. 

Diese Entwicklungen dürften aber nicht nur jenen Playern Sorgen bereiten. 2019 äusserte auch der CEO von Netflix Reed Hastings gegenüber Aktionären Bedenken: Nicht HBO oder Disney+ und deren Filme und Serien jagten dem Streamingdienst die User*innen ab – vielmehr bedrohten Games wie Fortnite die noch immer anhaltende Dominanz seines Portals.

Das Streamen von Spielen steht derzeit noch ganz am Anfang. Gerade Games, die hohe grafische Anforderungen stellen oder eine schnelle Reaktionsgeschwindigkeit erfordern, stellen für das Streaming noch eine Herausforderung dar. Viele Spiele sind zudem nur für gewisse Geräte konzipiert und können nicht nahtlos auf verschiedene Gadgets übersetzt werden. Das Streaming von Games erfordert weiter eine sehr hohe Mindestgeschwindigkeit des Internets – was zumindest im Mobile-Gaming erst mit 5G garantiert werden kann.

Dennoch: Dem Cloud Gaming wird eine grosse Zukunft vorausgesagt. Kein Wunder investiert nun mit Facebook also schon der nächste Tech-Konzern mit Facebook Gaming in den Bereich. Der Social-Media-Konzern fokussiert dabei bewusst auf den Bereich Mobile Gaming – und verfolgt vor allem ein Ziel: Die bestehenden Nutzer*innen weiterhin an die eigene Plattform zu binden.

Mikrofon vor einem Gamer-Bildschirm

Megaerfolg dank Pandemie

Vom Gamer-Medium zum Hub für Live-Kultur: Das Portal Twitch ist spätestens seit der Corona-Krise das dominierende Portal für Livestreaming.