Digitalisierung bei der Schweizer Armee

Foto einer Roboterhand

Digitalisierung bei der Schweizer Armee

Zweimal im Jahr startet in der Schweiz die Rekrutenschule, kurz RS. Grundsätzlich sind alle Männer ab 18 Jahren wehrdienstpflichtig und müssen die RS bis zur Vollendung des 26. Altersjahres abgeschlossen haben. Im Juni haben rund 9800 Rekruten die RS begonnen. Auch 138 Frauen, die der Armee freiwillig beitreten können, sind im Sommer «eingerückt».

Wer während der mindestens 18-wöchigen RS was zu tun hat, zeigt sich vorgängig während einer zwei- bis dreitägigen Rekrutierung. Durch Übungen und Gespräche soll sichergestellt werden, «dass jede(r) Dienstleistende möglichst die für sie/ihn optimale Funktion ausübt», wie es offiziell heisst

Der Job-Konfigurator der Schweizer Armee unterstützt die Dienstpflichtigen beim Herausfinden, welche Funktionen in Frage kommen. Die Armee empfiehlt zudem, sich vorgängig auf den Fitnesstest vorzubereiten. Dafür hat das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport eigens eine App entwickelt, die im März vorgestellt wurde.

Mit der Nutzung von «ready – fit for #teamarmee» soll zudem das Verletzungsrisiko während der RS minimiert werden. Nutzerinnen und Nutzer können unter anderem mithilfe von 330 Videoanleitungen trainieren. Die Entwicklung der App soll 600’000 Franken gekostet haben, für den künftigen Betrieb sind jährlich 50’000 Franken budgetiert. 

Die Entwicklung im Bereich der Digitalisierung zeigt sich bei der Armee auch andernorts. Die Schweizer Armee hat eine Cyber-Kompanie gegründet, um die eigenen Systeme künftig vor Cyber-Angriffen zu schützen. Zudem gibt es neuerdings die Möglichkeit, während der RS einen Cyber-Lehrgang zu absolvieren, um Armeeangehörige der Cyber-Kompanie auszubilden.

Für diese und andere Weiterentwicklungen erhält die Schweizer Armee jährlich ein Budget von 5 Milliarden Schweizer Franken. Das ist der gegenwärtigen Verteidigungsministerin Viola Amherd allerdings zu wenig. Sie strebt bis 2032 eine Budgeterhöhung um knapp eine Milliarde Franken an.

Das Geld kommt indirekt der Sicherheit der Schweizer Bevölkerung zu, direkt profitiert auch die Volkswirtschaft. Der Waffenplatz Thun etwa soll Zulieferern und Dienstleistern jährlich rund 12 Millionen und lokalen Lebensmittelhändlern 2.5 Millionen Franken einbringen. Gleichzeitig fehlen aber zum Beispiel Rekruten am Arbeitsplatz, was wiederum zu Wertschöpfungsverlusten führt.

Ist die Armee wichtig?

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