Durchbruch fällt ins Wasser

Das Modell Aquada von Gibbs im Wasser

Durchbruch fällt ins Wasser

Die Idee von Maschinen, die sich an Land und in Gewässern fortbewegen können, ist keine neue. Bereits seit 200 Jahren beschäftigen sich Innovatoren aus verschiedenen Ländern mit Amphibienfahrzeugen. 

Seit einiger Zeit tauchen auch immer wieder Modelle am Markt auf. Doch eine Palette von Herausforderungen sorgt dafür, dass die meisten Amphibienfahrzeuge früher oder später wieder untergehen.

In Kalifornien tüftelte die Firma Fountain Valley Bodyworks über Jahre hinweg an der Herstellung von schwimmenden Autos. Um die 100 Konzepte arbeiteten Dave March und sein Team aus. Und verwarfen sie wieder. Sie hätten einiges an Lehrgeld bezahlt, erzählt ein Teammitglied in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung

2013 sorgte March & Co. dann endlich für Furore. Ihr Modell Panther Watercar war marktreif. Dass sich die zig Iterationen gelohnt hatten, belegen die Leistungen, zu denen das Fahrzeug auflaufen kann: An Land schafft der Panther Watercar 130, im Wasser stattliche 70 Stundenkilometer.

Bald kamen die Bestellungen rein – ein Grossteil aus dem Heimmarkt USA, zudem gab es Interessenten aus dem Mittleren Osten, Russland, China und auch Deutschland. Insgesamt 100 Exemplare verkaufte das Unternehmen aus der Nähe von Los Angeles bis im Jahr 2019. Und dabei wurde einiges umgesetzt: Rund 135’000 US-Dollar kostete ein Panther – was aufgerechnet einem durchschnittlichen Jahresumsatz von rund 2 Millionen US-Dollar entspricht. 

Im vergangenen Jahr musste der Betrieb jedoch eingestellt werden. Die Produktion des Panther Watercar liess sich nicht mit den Vorgaben des California Air Resources Board vereinbaren. 

Nachdem das Unternehmen ein gutes Jahr zum Verkauf stand, wurde es Anfang Oktober 2020 von Crash Champions aufgekauft. Ob unter den neuen Eigentümern die Entwicklung und Produktion der Amphibienfahrzeuge weitergeführt wird, bleibt unerwähnt. 

Bereits 2003 kündigte die britische Firma Gibbs einen Durchbruch im Amphibienfahrzeug-Markt an: Das Unternehmen aus Nuneaton in der Nähe von Birmingham stellte das Modell Aquada vor. 

Gemäss Fachpresse war dies insofern eine Sensation, als dass der Aquada auch tatsächlich für Fahrspass sorgte – an Land mit bis zu 160 Stundenkilometern, genauso wie im Wasser mit knapp 50 dergleichen. Bis dahin liessen Amphibienfahrzeuge mindestens in einer der beiden Umgebungen tempomässig zu wünschen übrig.

Abgesehen von einzelnen Prototypen wurde der Aquada aber nie produziert. Ein Zulieferer änderte seine Pläne, was kurz nach Ankündigung zum Produktionsstopp führte. Und trotzdem erhielt der Aquada einiges an Aufmerksamkeit – unter anderem wegen der Ärmelkanalüberquerung von Sir Richard Branson

Der britische Milliardär und Virgin-Boss legte die Strecke zwischen Dover und Calais innert 90 Minuten zurück und knackte damit einen Weltrekord – in einem der Aquada-Prototypen, versteht sich.

Andere Modelle von Gibbs haben es in der Zwischenzeit auf den Markt geschafft. Diese zielen aber alle auf sehr spezifische Segmente ab: Mit dem Humdinga und dem Phibian richtet sich das Unternehmen an das Militär beziehungsweise an Rettungsdienste. Und der seit 2014 im Angebot geführte Quadski XL mit einem Verkaufspreis von rund 40’000 Franken ist wohl eher ein Freizeitjux für Gutbetuchte.

 

So bleibt der Traum vom schimmernden Auto für die meisten von uns ein unerfüllter. Bis auf weiteres zumindest.

 

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