Echthaar: Neue Märkte, neue Modelle

Verschiedenfarbige Haar Extensions

Echthaar: Neue Märkte, neue Modelle

Menschliches Echthaar ist bezüglich Qualität synthetischen Ersatzprodukten immer noch weit überlegen. Deswegen ist die Nachfrage danach weiterhin ungebrochen hoch und der Markt am Wachsen. Die Hauptquelle für Echthaar ist Indien. Die Haare stammen von Gläubigen und Pilger*innen, die sie in Tempeln opfern. 

Nachdem diese Haare lange primär in den Westen exportiert wurden, nimmt nun mehr und mehr auch die einheimische Nachfrage zu: Extensions sind auch in Indien begehrt wie noch nie. Fashion und Beauty ist zudem in Indien einer der zentralen Wachstumstreiber im Bereich E-Commerce, nur die Reisebranche verzeichnet in diesem Bereich grössere Wachstumsraten. 

Um 30% nahmen die Umsätze allein im 2018 zu. Das Online-Business nutzen in Indien gerade Frauen für neue Geschäftsmodelle, bietet es ihnen doch eine Möglichkeit, immer noch bestehende soziale und kulturelle Einschränkungen zu umgehen.

Die grosse Nachfrage für menschliches Haar führt jedoch teilweise auch zu kriminellen und brutalen Übergriffen auf Frauen, von denen aus Venezuela und Südafrika berichtet wird. Die Täter überfallen ihre Opfer und trennen ihnen mit Scheren, Messern und Scherben das Haar gewaltsam ab. Das ist eine der dunklen Seiten des Haarhandels. 

Andererseits zeigt sich nun aber auch: Im Geschäft mischen zunehmend neue, innovative Unternehmer*innen mit. Disruptiv sind dabei insbesondere Start-Ups, die vom Verständnis für die Bedürfnisse von Minoritäten profitieren. Die in London lebende Fashion-Bloggerin Freddie Harrel ist dafür ein gutes Beispiel. Sie steht sinnbildlich für einen Trend unter jungen, schwarzen Frauen, die ihr Haar wieder vermehrt natürlich und voluminös tragen wollen. Befeuert wird diese Entwicklung auch von immer grösser werdenden Bedenken bezüglich dem Einsatz von chemischen Haarprodukten.

Harrel hatte sich über einen chinesischen Online-Händler Haar-Extensions besorgt für einen neuen Look und postete diesen dann auf Instagram. Umgehend meldeten sich unzählige Interessierte bei ihr. Sie lancierte aufgrund der Nachfrage ihre eigene Linie Radswan. Diese zielt spezifisch auf die globale afrikanische Diaspora und deren stilistische Vorlieben. 

Radswan verzichtet dabei allerdings aus ethischen Gründen auf den Einsatz von Echthaar und setzt auf synthetische Materialien. Eine von männlichen, weissen Investoren geprägte Beauty-Industrie, die schwarze Frauen noch immer oft systemisch benachteiligt, hat diesen Trend verschlafen.

Auch der Unternehmer Diishan Imira aus Oakland hat mit einer Strategie, die auf die schwarze Community zielt und ihre Bedürfnisse gut kennt, grossen Erfolg. 36 Millionen US-Dollar an Investitionen konnten er und sein Geschäftspartner Taylor Wang inzwischen für ihre Plattform Mayvenn an Land ziehen. 

Imiras Geschäftsmodell: Coiffeure melden sich auf der Plattform an und erhalten darüber eine individuelle Online-Präsenz. Diese Website informiert Kunden über den jeweiligen Stylisten – führt sie aber auch auf den Online-Store von Mayvenn, wo vor einem entsprechenden Salon-Besuch Extensions oder Perücken aus Echthaar gekauft werden können. Gerade mit dem Besuch von Salons in schwarzen Vierteln in Oakland habe er die mehrheitlich weissen Investoren überzeugen können, so erzählt Imira im Interview mit CNN Business.

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