Ein bisschen Andy Warhol besitzen

Ausschnitt von Andy Warhols Campbell Soup

Ein bisschen Andy Warhol besitzen

Gemeinsam ist man stärker – auch, was finanzielle Mittel betrifft. Die Schwarmfinanzierung im Sinne von Crowdfunding erfreut sich seit Jahren grosser Beliebtheit. Den Geldgeber*innen winken meist symbolische Belohnungen für die getätigten Investitionen, beispielsweise ein Tonträger der anvisierten CD-Produktion.

Nun schiessen Plattformen aus dem virtuellen Boden, die ebenfalls auf den Schwarm zählen – allerdings auf Schwärme, die das investierte Geld als Anlage sehen und dafür auf eine Rendite in monetärer Form hoffen. Crowdinvesting heisst das Schlagwort der Stunde – oder übersetzt: Gruppeninvestition. Was in den USA bereits etabliert ist, findet auch in Europa immer mehr Fürsprecher.

Es gibt zwei besonders populäre Kategorien bei renditeorientierten Schwärmen: Start-ups und Immobilien. Im Falle von Start-ups schiessen Privatanleger Kapital ein und werden –  bei erfolgreicher Finanzierung – am späteren Gewinn und Unternehmenswert beteiligt. Bei Immobilien kommt eine Investition einer Mitbeteiligung am Objekt gleich – Anleger profitieren beispielsweise von den Mieterträgen.

Crowdinvesting verspricht meist hohe Renditen. Die Risiken sind aber nicht zu unterschätzen: Einerseits ist das Eigenkapital in der Regel lange gebunden. Andererseits – gerade im Falle von Start-up-Beteiligungen – besteht die Gefahr, dass das unterstützte Jungunternehmen scheitert und die Investition verloren ist. 

Die Grundregel lautet so oder so bei jedem Investment: Nur anlegen, was man auch zu verlieren bereit ist. Bei Conda, eine Plattform für Start-ups, mischt man bereits ab 100 Euro mit. Bei Crowdhouse ist eine Beteiligung an Immobilienobjekten in der Regel erst ab 100’000 Schweizer Franken möglich.

In Amerika gestaltet sich die Crowdinvesting-Landschaft diverser als hierzulande. Über Rally Rd. kann man sich beispielsweise bereits mit 50 US-Dollar an Oldtimern beteiligen. Über Masterworks lassen sich mit 20 US-Dollar Anteile eines Kunstwerks kaufen – der jeweilige Schwarm entscheidet auch darüber, wann das Werk wieder veräussert wird.

Foto eines Ferraris vor einem Anwesen auf dem Land

Wenn Wenige fast alles besitzen

Expert*innen fürchten, dass die zunehmende Vermögensungleichheit zu einer Wut führen könnte, die irgendwann nicht mehr zu kontrollieren ist.