Ein «Familienmitglied», das man essen kann

Foto von Teig

Ein «Familienmitglied», das man essen kann

Woher Hermann genau stammt, ist nicht abschliessend geklärt. In manchen Sagen heisst er alternativ Glücks-, Vatikan- oder Franziskusbrot. Da man das Franziskusbrot der Legende nach aber nur einmal im Leben backen und sich dabei etwas wünschen darf, sagt man danach des Aberglaubens wegen lieber Hermann.

Und was ist Hermann genau? Ein Sauerteigbrot. Sauerteigvarianten sind schon seit der Antike bekannt, wurden jedoch in den 70er-Jahren durch Friedens- und Ökologiebewegungen in Deutschland – und dann in der Schweiz – wieder als Hermann-Teig verbreitet.

Mitunter ein Grund für seine Verbreitung ist der Hermann-Brief, durch den Hermann ironischerweise eher an Beliebtheit einbüsste. Wer nämlich einen Hermann-Teig ansetzt, ihn zehn Tage lang praktisch wie ein Familienmitglied behandelt – also füttert und hegt – wird ihn am zehnten Tag weiterverarbeiten können. Traditionellerweise wird er dann geviertelt, davon ein Viertel behalten und der Rest, zusammen mit einer Anleitung, verschenkt.

 

Zutaten für vier Portionen à je 200g:

Teigansatz:
100g Mehl
25g Zucker
1/2 Päckchen Trockenbackhefe (knapp zwei gestrichene EL)
150ml lauwarmes Wasser

1. Füttern:
100g Mehl
150g Zucker
150ml Milch

2. Füttern:
100g Mehl
150g Zucker
150ml Milch

 

Zubereitung:

100g Mehl in einem verschließbaren Gefäß (circa 1,5L Fassungsvermögen, keine Metallschüssel) mit 25g Zucker und 1/2 Päckchen Trockenhefe vermischen. 150ml lauwarmes Wasser dazugeben und alles mit einem Löffel aus Holz oder Kunststoff zu einem glatten Teig verarbeiten. Das Gefäss mit dem Deckel verschliessen. Den Ansatz zwei Tage an einem warmen Ort bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann zwei Tage im Kühlschrank gehen und gären lassen. Den Hermann-Teig dabei einmal täglich umrühren.

Dann beginnt die Fütterungs-Phase: Mehl, Zucker und Milch zum Ansatz beigeben und alles gut verrühren. Vom zweiten bis vierten Tag einmal täglich umrühren. Am fünften Tag die zweite Fütterung: Wieder Mehl, Zucker und Milch beigeben und gut verrühren. Vom sechsten bis neunten Tag wieder einmal täglich umrühren und am zehnten Tag den Herrmann-Teig vierteln, verbacken oder verschenken.

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