Ein Loch und viele Fragezeichen

Ein Bügellift nicht in Betrieb

Ein Loch und viele Fragezeichen

Oft ist die Rede davon, dass die Wirtschaft zum Jahresbeginn leide. Dass die Konsumfreude nach den Festtagen in den Keller sacke. Dass im Portemonnaie Ebbe herrsche. Vier Wochen soll die Flaute andauern. Sie ist bekannt unter dem Namen Januarloch.

Woher der Begriff genau stammt, weiss niemand so wirklich. Im Duden ist bloss zu erfahren, dass der Gebrauch «schweizerisch» sei. Das Rechtschreibwörterbuch bezieht den Taucher zum Jahresbeginn auch nicht nur auf die Wirtschaft, sondern definiert das Januarloch als «Periode besonders geringer geschäftlicher, politischer, kultureller o. ä. Aktivität».

Nicht nur der Ursprung des Begriffs bleibt im Unklaren. Eine Antwort auf die Frage, ob das Januarloch überhaupt existiert, findet sich ebenfalls nicht so leicht. Auch die Zahlen des Bundesamtes für Statistik BFS geben keine eindeutigen Hinweise, dass der Januar immer und ausnahmslos ein Loch in die Kassen von Unternehmen reisst.

Im Januar 2019 beispielsweise gingen die realen Detailhandelsumsätze im Vergleich zum Dezember 2018 zwar um 0.3% zurück. Aber ein Rückgang war 2019 beispielsweise auch im September zu beobachten, wo die realen Detailhandelsumsätze im Vergleich zum Vormonat um 1.6% zurückgingen. 

Ein Rückgang der Umsätze, gerade im Detailhandel, muss auch immer im Kontext betrachtet werden. Im Dezember wird beispielsweise aufgrund der Festtage tendenziell mehr konsumiert, man kauft Geschenke, fürs Familienessen und die Silvesterparty ein. Dass der eher ereignislose Januar da im Vergleich schlechter abschneiden kann, überrascht also kaum. 

«Last but not least» kommt noch die Frage der Branche ins Spiel. Für Fitnesscenter gehört der Januar beispielsweise zu den umsatzstärksten Monaten. Auch in den Skigebieten gebe es kein «grundsätzliches Januarloch», wie Schweiz Tourismus-Mediensprecher Markus Berger in einem SRF-Interview äusserte.

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