Eine Welt, eine Währung

Fotomontage: Ein Astronaut steckt die «Flagge der Welt» auf dem Mars in den Boden. Die Flagge besteht aus sieben ineinander verwobenen weissen Ringen auf blauem Hintergrund. Die Ringe symbolisieren die Kontinente. Das blau die Ozeane.

Eine Welt, eine Währung

Mit dem Sprichwort «In China ist ein Sack Reis umgefallen» haben unsere Grosseltern noch scherzhaft ihr Desinteresse an einem Thema kundgetan. Was tausende Kilometer entfernt passierte, interessierte nicht. Heute, in einer wirtschaftlich eng vernetzten Welt, kann es niemandem mehr egal sein, was ausserhalb der eigenen Komfortzone geschieht.

Um bei China zu bleiben: Wenn das Reich der Mitte zuviel Stahl produziert und den Überschuss günstig auf den Weltmärkten verhökert, fallen die Preise. Stahlwerke in den Industriestaaten, wo die Lebenshaltungs- beziehungsweise Lohnkosten weit höher sind, können nicht mehr konkurrieren. Sie müssen Personal abbauen, allenfalls sogar ganz schliessen.

Kausalfälle wie dieser werden von gewieften nationalistischen Politikern aus dem Zusammenhang gerissen und als einseitige Bedrohung dargestellt. Das Problem seien die offenen Märkte, von denen immer nur die anderen profitierten. Ihre verführerische Antwort lautet: Die Wirtschaft läuft von selbst wieder, wenn wir den eigenen Markt abschotten und uns unabhängig machen von internationalen Abkommen.

Die Gegenseite plädiert hingegen für noch mehr Öffnung. Die Globalisierung produziere zwar Gewinner und Verlierer, aber aufs Ganze und langfristig gesehen, ginge es allen stetig besser in einer frei vernetzten Welt. Um den weltweit unter Druck geratenen Globalisierungsprozess unumkehrbar zu machen, schlagen manche deshalb eine einheitliche Weltwährung vor.    

Die Befürworter einer weltweiten Währungsunion argumentieren mit einfacheren und ergo günstigeren Informationsnetzwerken, da Transaktionen nicht mehr über mehrere Devisenmärkte abgewickelt werden müssten. Durch die Vereinfachung beziehungsweise Prozesskürzung der einzelnen Transaktionen könnte die Transaktionsmenge erhöht werden.

Laut Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Mundell sei das entscheidende Pro aber, dass eine Weltwährung einem internationalen Sozialvertrag gleichkommen würde. Einzelne Länder könnten sich nicht mehr durch Währungsmanipulation bevorteilen, alle sässen sozusagen im selben Boot und wären sich gegenseitig verpflichtet.

Foto von gebündelten 500-Schilling Noten

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