Wenn Promis Kryptos promoten

Bild von Floyd Mayweather

Wenn Promis Kryptos promoten

Influencer Marketing gibt es nicht erst seit dem Aufkommen von Sozialen Medien. Im 18. Jahrhundert sicherte sich der Tonwarenhersteller und Marketing-Pionier Josiah Wedgwood (Grossvater von Charles Darwin) den Segen von Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, ihres Zeichens Königin von England. Er durfte eine seiner Produktlinien fortan mit ihrem Namen bewerben. Noch bis heute ist der gesellschaftliche Einfluss des britischen Königshauses hoch.

Ob Queen Elizabeth II und ihr Clan sich in den Werbedienst einer Kryptowährung stellen würden, ist allerdings zweifelhaft. Die Royals repräsentieren schliesslich den Staat und seine Institutionen, darunter auch die Bank of England, deren Direktor Bitcoin als gescheitertes Experiment sieht und sich für eine stärkere Regulierung des Krypto-Marktes ausspricht. Pläne für die Lancierung einer eigenen Kryptowährung hat die Bank of England begraben.

Umgekehrt stellt sich aber auch die Frage, ob die Queen of England der richtige Werbeträger wäre für eine Kryptowährung. Der typische Krypto-Investor ist männlich, zwischen 18 und 34 Jahre alt und misstraut dem wirtschaftlichen und politischen Establishment. Blockchain- beziehungsweise Krypto-Unternehmen vertrauen deshalb auf die Wirkung von jungen, unangepassten Meinungsmachern.

Ein Beispiel ist Ghostface Killah. Für Cream Capital, ein Unternehmen, welches für ein Blockchain-basiertes Geldautomaten-Netzwerk 30 Millionen US-Dollar einsammeln möchte, stellt er sich gegen eine Minderheitsbeteiligung als Maskottchen zur Verfügung. Oder Paris Hilton: Sie hat im Spätsommer 2017 angekündigt, Lydian Tokens kaufen zu wollen. Lydian entwickelt Blockchain-Anwendungen, welche die Kosteneffizienz von Marketing steigern sollen.   

Floyd Mayweather, Ex-Profiboxer, wurde seinem Ruf, geldgierig zu sein, gerecht, indem er innerhalb von zwei Monaten gleich zwei Krypto-Startups promotete und sich beide Male damit aufblies, dass er schon bald eine Menge Geld mit seinen Investitionen verdienen werde. Im Vorfeld der Coin-Erstausgabe von Stox.com – einem Markt-Vorhersagetool – unterstrich er seinen Glauben mit einem Bild von sich im Privatjet. Vor sich ausgelegt: Mehrere zehntausend US-Dollar.