Kicken – und verdienen – wie Ronaldo

Bild von Christiano Ronaldo während eines Fussballspiels.

Kicken – und verdienen – wie Ronaldo

Der Fussball-Profi Neymar sorgte letztes Jahr weltweit für Schlagzeilen. Nicht in erster Linie aufgrund einer sportlichen Sensation auf dem grünen Platz. Die unzähligen Headlines waren dem teuersten Fussball-Transfer aller Zeiten geschuldet: Für 222 Millionen Euro wechselte der 26-jährige Kicker vom FC Barcelona zu Paris Saint-Gérmain. Der Brasilianer erhält nun angeblich über 850’000 Euro – pro Woche, notabene.

Neymar steht denn auch bei den Fussball-Topverdienern 2017 auf dem Treppchen. Sein jährlicher Gesamtverdienst: 32.9 Millionen Euro. Davon stammen 19.6 Millionen aus Werbeeinnahmen. Platz zwei geht an Lionel Messi mit 71.3 Millionen Euro (davon 24 Millionen aus Werbe-Deals, u.a. mit Adidas) und die Goldmedaille hängt am Hals von Cristiano Ronaldo mit 82.9 Millionen Euro Gesamtverdienst (31.2 Millionen dank Werbeverträgen, u.a. mit Nike).

Ronaldo und Co. sind mit ihren astronomisch hohen Gehältern allerdings die Ausnahme zur Regel. Als Profi-Fussballer seine Brötchen zu verdienen ist tatsächlich weit weniger lukrativ als man gemeinhin annimmt. Die Fussballergewerkschaft FIFPro legte in ihrem ersten «Global Employment Report» Zahlen vor, die nicht wirklich mit dem verbreiteten Image des in Saus und Braus lebenden Sportlers übereinstimmen.

Unter 2 Prozent der Fussball-Profis verdienen mehr als 720’000 US-Dollar pro Jahr. Bei fast der Hälfte, also 45%, landen im Durchschnitt 1000 Dollar monatlich respektive 12’000 jährlich auf dem Konto. Knapp 30% werden monatlich mit Gagen zwischen 1001 und 4000 Dollar entlohnt. Für weitere Ernüchterung sorgen die Bedingungen: 41% erhalten ihr Geld nicht pünktlich, die durchschnittliche Vertragsdauer beläuft sich auf unter zwei Jahre und 29% werden gegen ihren Willen zu einem anderen Fussball-Club transferiert.

Was das in der Realität bedeutet, hat Mittelfeldspieler Josip Vukovic letztes Jahr in einem Interview erzählt: Der 26-jährige Profi hat bei seinem ersten Club Istra 1961 fünf Monate lang ohne Salär gekickt und als er sich verletzte, musste er sämtliche medizinischen Kosten in der Höhe von rund 10’000 Euro selber tragen. Istra verlangte aufgrund der Verletzung zudem eine Halbierung des monatlichen Gehalts von 4000 Euro. Aktuell spielt Vukovic für FC Olimpik Donezk.