Aussen Prolo, innen Weltverbesserer

Bild von Erik Finman, liegend mit einer 100-US-Dollar Note im Mund

Aussen Prolo, innen Weltverbesserer

Die New York Post betitelte Erik Finman einst wenig schmeichelnd als «Bitcoin brat», frei übersetzt: Bitcoin-Rotzlöffel. Solche Klassifizierungen hat sich der Amerikaner durchaus selbst zuzuschreiben. Auf seinem Instagram-Account protzt der Bitcoin-Millionär gerne rum, schmeisst wortwörtlich mit Geld um sich, raucht Zigarren und nippt an Martini-Gläsern. Sympathisch geht anders.

Sympathisch interessiert den 19-Jährigen aber auch gar nicht, jedenfalls nicht bei seinen Social-Media-Aktivitäten. Finman ist sich bewusst, welche Reaktionen er mit seinen Posts provoziert und nutzt sie als Mittel zum Zweck. Denn er will nicht um des Narzissmus willen Aufmerksamkeit erheischen, sondern um seine geplanten «weltverändernden Projekte» zu promoten.

Die Kohle für die Weltveränderung verdankt der Teenager einer Wette. Finman tat sich schwer mit der Schule und handelte mit seinen Eltern aus, dass er nicht studieren muss, sofern er vor seinem 18. Lebensjahr eine Million Dollar gescheffelt hat. So investierte der damals 12-Jährige mit offensichtlich goldenem Krypto-Riecher einen 1000-Dollar-Zustupf der Oma in Bitcoins. In jener Zeit war ein Bitcoin noch für laue 10 Dollar das Stück zu haben.

Heute besitzt der «Rotzlöffel» über 400 Bitcoins respektive 4 Millionen US-Dollar. Die Mehrheit davon stammt aus dem Verkauf seiner Plattform Botangle, auf der Schüler Nachhilfe-Lehrer finden und mittels Video-Chat in verschiedensten Bereichen Unterstützung erhalten können. Als 15-Jähriger verkaufte Finman Botangle für 300 Bitcoins. Seine Schwierigkeiten in der Schule hatten also in mehrerer Hinsicht lukrative Konsequenzen.

Aber eben: Nicht nur finanzielle, auch weltverändernde Folgen soll das glückliche Krypto-Händchen mit sich bringen. Der vermeintliche Instagram-Prolo scheint Wort zu halten. Vor Kurzem präsentierte Finman eine Prototyp-Prothese im Doctor-Octopus-Stil. Er liess sie für einen 11-Jährigen entwickeln, der an Hypermobilität leidet.

Der Bitcoin-Millionär arbeitet zudem mit der NASA am «DaVinci-Projekt», um allen Menschen Zugang zum Weltall zu ermöglichen und es damit zu demokratisieren. Ausserdem will der 19-Jährige das Bildungssystem retten. Finman soll Botangle zurückgekauft haben, um die Plattform zu einem Open-Source-Projekt weiterzuentwickeln.