Was hat Esport mit Sport zu tun?!

Ein weisser Game Controller

Was hat Esport mit Sport zu tun?!

Der Name «Esports» lässt sich noch ganz einfach erklären, denn er steht für «electronic Sports». Was dies mit Sport zu tun haben soll, ist für eine grosse Mehrheit unverständlich und Anlass für Diskussionen, Streitereien und gar Protestaktionen – wie kürzlich in einem Fussballspiel zwischen dem berner Fussballclub YB und dem FC Basel gezeigt wurde. Fans warfen Tennisbälle und Kontroller von Spielkonsolen auf den Platz, um gegen die fortschreitende Zuwendung zum Esport zu protestieren.

Das meistgenannte Argument gegen Esports ist, dass das Spielen von Computerspielen kein Sport sein könne. Schliesslich würde hierbei keine körperliche Leistung, wie beispielsweise bei 90 Minuten Fussball, erbracht. Wer dieser Meinung ist, müsste konsequenterweise auch gegen Schach als Sportart oder den Motorsport sein und damit etlichen Verbänden und zu guter Letzt auch dem Internationalen Olympischen Komitee widersprechen.

Dies zeigt, das Wort «Sport» ist mit unterschiedlichen Bedeutungen und Vorstellungen besetzt. Schach kann sehr wohl ein Sport sein – denn, genau genommen handelt es sich um einen Denksport.

Ein Sieg hängt nicht von Zufall, sondern vom Können des Spielenden ab. Es gibt klare Regeln, dazu Turniere und Einzel- und Teamwettkämpfe. Die Leistung eines Spielenden lässt sich genau messen, Sieg und Niederlage sind nachvollziehbar. Turniere haben ein Publikum und Spielende haben Fans – eigentlich wie bei den «grossen» Sportarten. Genau so ist es auch mit dem Esport.

Die Spielenden müssen, nebst dem Kennen und Können des Computerspiels, verschiedene motorische und geistige Fähigkeiten mitbringen, wenn sie an Wettkämpfen erfolgreich sein wollen. Hand-Augen-Koordination, Reaktionsgeschwindigkeit sowie Durchhaltevermögen als motorische und räumliches Orientierungsvermögen, Spielübersicht und -verständnis, taktisches Kalkül, vorausschauendes und lösungsorientiertes Denken als geistige Fähigkeiten, die trainiert werden müssen.

Wer den ganzen Tag im Büro sitzt, weiss, dass konzentriertes Arbeiten an einem Bildschirm ein überaus anstrengendes Unterfangen ist. Am Ende des Tages fühlt man sich geschafft, auch wenn keine anstrengenden motorischen Bewegungen damit verbunden waren. Man könnte sagen körperlich anstrengend, oder gehört der Kopf etwa nicht zum Körper?

Esports ist für mich...

Choices