Essbare Baumwolle?!

Foto eines Baumwollfelds

Essbare Baumwolle?!

Ein Team von Wissenschaftler*innen der Texas A&M University hat es geschafft, den genetischen Baukasten einer Sorte Baumwolle so zu verändern, dass die Baumwollsamen tiefe Werte des für Menschen und viele Tiere giftigen Gossypol aufweisen und somit essbar sind.

Baumwolle ist vor allem wegen der Produktion der weissen Fasern bekannt, welche zu Textilien verarbeitet werden können. 25 Millionen Tonnen werden jährlich in 80 Ländern weltweit und auf einer Gesamtfläche von rund 30 Millionen Hektar geerntet. Zum Vergleich: Die Fläche von Deutschland misst circa 35 Millionen Hektar.

99% der Baumwollbauern leben in Entwicklungsländern und produzieren 75% der gesamten Baumwollernte. Auf jedes Kilogramm Baumwolle kommen gut drei Kilogramm erdnussgrosse und proteinreiche Samen. Diese Samen enthalten normalerweise giftiges Gossypol, welches die Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen schützt, sie aber für Menschen ungeniessbar macht.

Die Wissenschaftler*innen haben es nun mit der sogenannten Knock Out-Methode geschafft, das Gen, welches für die Gossypol-Herstellung in den Samen verantwortlich ist, «auszuknocken». So reicht der Gossypol-Gehalt in den Blättern und den Trieben immer noch zum Schutz vor Befall aus, ist aber in den Samen so niedrig, dass diese bedenkenlos verspeist werden können.

Laut amerikanischem Landwirtschaftsministerium könnten diese potentiell als Nahrungsquelle für Menschen herhalten, müssen aber noch das definitive grüne Licht für den Markt abwarten. Gemäss dem Team schmecken die Samen geröstet nach Kichererbsen.

Zurzeit werden nur 5% der Samen wieder gepflanzt. Der Rest wird zu Tiernahrung, Dünger oder Öl verarbeitet. Gerade in den Ländern wie Indien oder China, die viel Baumwolle produzieren, herrscht oft Nahrungsknappheit. Rund eine halbe Milliarde Menschen könnten vom Nebenprodukt der Baumwolle als neue Nahrungsquelle profitieren.