Schon mal ein Haus geschenkt bekommen?

Foto eines Ayika-Hauses in Japan

Schon mal ein Haus geschenkt bekommen?

Von der Überalterung betroffen sind hauptsächlich die ländlichen Regionen, doch auch die Vororte und Städte scheinen die demographische Entwicklung langsam aber sicher zu spüren.

In der drittstärksten Wirtschaftskraft der Welt standen 2013 über acht Millionen Häuser leer – das waren 13% des Wohneigentums. Bis 2033 soll diese Zahl sogar auf 30% steigen – damit stünde etwa jedes dritte Haus in Japan leer.

Um dem entgegenzuwirken, wurden sogenannte Akiya-Banken ins Leben gerufen – Webseiten, auf denen Wohneigentum verkauft werden kann. Akyia ist japanisch und bedeutet ‘leeres Haus’. Viele dieser Webseiten werden von Stadt- und Gemeindeverwaltungen betrieben, die sich damit einen Überblick über Angebot und Nachfrage auf dem Markt verschaffen wollen.

Verschiedenstes Wohneigentum gibt es auf diesen zu erstehen – manches sogar gratis. Oft handelt es sich dabei um Erbstücke, welche von den Erben nicht unterhalten werden können – aus finanziellen, zeitlichen oder sonstigen Gründen. Dazu kommen die Steuern für die Immobilien. Niemand will für ein Haus zahlen, das nicht gebraucht wird und nur vor sich hin vegetiert.

Manchmal steht ein Haus wegen einem Todesfall, sei es durch ein Verbrechen, Unfall, Suizid oder Naturkatastrophe seit Jahrzehnten leer. Mancherorts herrscht der Aberglaube, es bringe Pech, in so ein Haus zu ziehen. Wer nicht abergläubisch ist und sich den Traum vom eigenen Ferienhäuschen in Japan erfüllen will, braucht nur noch das nötige Kleingeld.

Die Übernahme eines solchen Hauses ist je nachdem mit finanziellem Aufwand für Renovationsarbeiten verbunden. Im Gegenzug belohnen einige Gemeindeverwaltungen die Sanierung mit Subventionszahlungen – schliesslich kommt es dem Dorf zu gute. Wer stattdessen ein intaktes Haus kaufen möchte, kann dies bereits zu einem Preis von 500’000 bis 20 Millionen Yen tun. Das sind umgerechnet 4’500 bis 180’000 Franken.