Was kostet eigentlich Erben?

Collage mit einer Urne

Was kostet eigentlich Erben?

Rund 63 Milliarden Franken wurden laut einer Studie 2015 in der Schweiz vererbt. Wer dabei wieviel oder überhaupt etwas erbt, ist extrem unterschiedlich. Ein Drittel der Bevölkerung wird nie etwas erben – und der Grossteil der vererbten Milliarden geht an nur 10 Prozent. 

Diese Ungleichheit ist immer wieder ein Thema von politischen Auseinandersetzungen. Es wird einerseits gefordert, komplett auf eine Erbschaftsbesteuerung zu verzichten und andererseits für eine Erhöhung der Steuersätze argumentiert. 

Die Gegner der Erbschaftsteuer sehen in ihr eine Verletzung des Leistungsprinzips, weil die Besteuerung des Erbes nachträglich die Leistung des Verstorbenen angreift. Die Umverteilung über Steuern verlagere ein unter grossem Einsatz erworbenes und ohnehin bereits besteuertes Vermögen auf nichtleistungsfähige oder leistungsunwillige Bevölkerungsanteile. 

Die Befürworter von Erbschaftssteuern wiederum misstrauen einer freiwilligen Großzügigkeit der Reichen. Die althergebrachte Ausrichtung des Erbrechts auf die eigene Familie verstärke die ohnehin schon grosse Vermögenskonzentration. Eine erhöhte Besteuerung des Vermögens über den Tod hinaus sehen die Befürworter entsprechend als eine Wiedergutmachung an sozial Benachteiligte. 

Die Argumente der Befürworter einer Erhöhung von Erbschaftssteuern haben in der Schweiz einen schweren Stand. Das haben die Abstimmungsresultate zu einer Volksinitiative 2015 gezeigt. Nur 29 Prozent stimmten 2015 für eine Bundessteuer von 20 Prozent auf Nachlässe von über 2 Millionen Franken. 

Damit bleibt es weiterhin bei der Steuererhebung durch die Kantone. Diese verwenden sehr unterschiedliche Steuersätze. Es wird zudem unterschieden, ob es sich bei den Erben um den Lebenspartner des Verstorbenen, dessen Geschwister oder Abkömmlinge handelt. 

Nur Ehegatten und eingetragene Partner sind in allen Kantonen erbschaftssteuerbefreit. Je nach Kanton und Verwandschaftsgrad gelten zudem unterschiedliche Freibeträge für Erben. Kinder und Enkel von Verstorbenen in Appenzell Innerrhoden etwa müssen auf Erbschaften bis zur Höhe von 300'000 Franken keinerlei Steuern entrichten. 

Generell am günstigsten ist das Erben in den Kantonen Obwalden und Schwyz, die komplett auf eine Steuer verzichten. Von denjenigen Kantonen, die Steuern erheben, ist man als Erbe in Graubünden am besten dran – hier fallen nur Sätze von eins bis vier Prozent an. 

Erbschaftssteuer ja oder nein?

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