Was kostet eigentlich Weltraumschrott?

Illustration mit vielen kleinen Abfallteilchen um den Globus

Was kostet eigentlich Weltraumschrott?

ClearSpace-1 – so lautet der Name einer Mission, die ab 2025 mit der Beseitigung von Weltraumschrott beginnen soll. Denn im All zirkulieren laut Schätzungen der NASA über zwanzigtausend Teile, die von alten Satelliten und Raketen stammen – neben Unmengen kleinerer Objekte und Millionen von Kleinstteilen. 

Die Trümmer stammen meistens von Kollisionen, die fatale Folgen haben, weil sich die Teile mit der Zeit über verschiedene Höhen und über weite Strecken zu verteilen beginnen. Dieser Müll gefährdet nicht nur Reisen in den Weltraum – er könnte auch mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40'000 Kilometern pro Stunde auf die Erde fallen.  

clearspace ist eines von mehreren Unternehmen, die sich dem Problem annehmen wollen. Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA wiederum unterstützt das Projekt Space Debris Elimination (SpaDE), das die Universität Michigan entwickelt hat. Die Methoden sind dabei unterschiedlich. 

Während die ESA mit ClearSpace Müllschlucker-Satelliten ins All schicken will, bauen andere Ansätze auf präventiven Massnahmen auf. So sollen sich etwa Sonnensegel entfalten, sobald ein Satellit den Dienst aufgibt und ihn dann zum Verglühen in die Atmosphäre lenken.

Das von der europäischen Weltraumorganisation ESA mit dem Aufräumauftrag betraute, neu gegründete Schweizer Unternehmen clearspace ist ein Spin-Off der ETH Lausanne (EPFL). Es befasst sich primär mit dem Design von agilen Satelliten, die kaputte oder funktionsuntüchtige Satelliten und Trümmer im Orbit finden, sammeln und entfernen. Die Firma startet laut Medienberichten im kommenden März mit dem Pilotprojekt. Dabei soll eine Raumsonde einen Teil der ESA-Trägerrakete Vega einfangen und dann in der Erdumlaufbahn zum Verglühen bringen.

Das Raketenteil hat eine Masse von 100 Kilogramm und ist damit fast so gross wie ein kleiner Satellit. Es eignet sich wegen seiner schlichten Form und robusten Konstruktion als erstes Zielobjekt, schrieb die ESA. In Zukunft sollen dann weitere Missionen nach und nach anspruchsvollere Objekte anzielen. 

Die Aufgaben für Aufräumdienste dürften in Zukunft noch zunehmen: In jüngerer Zeit wurden von Unternehmen wie SpaceX oder Oneweb mehrere neue Projekte im All lanciert, die mehrere hundert oder gar tausend Satelliten für Telekommunikation und Überwachung umfassen. 

Auch deswegen ist es wichtig, defekte Satelliten aus der immer stärker frequentierten Erdumlaufbahn zu entfernen. «Das Thema Weltraummüll ist dringender denn je» betonte Luc Piguet, der Gründer und CEO von Clearspace in einer Mitteilung.

Die Entsorgung wird ein teures Unterfangen. Die ClearSpace-1 Mission wird 120 Millionen Euro kosten – wohlgemerkt für die Entfernung eines einzigen Trümmerteils!