Was Netflix für Diversity springen lässt

Abstrakte Darstellung eines Regenbogens

Was Netflix für Diversity springen lässt

«Welche Stimme fehlt?» und «Ist diese Darstellung authentisch?» oder auch: «Wer wird hier ausgeschlossen?» Solchen und ähnlichen Fragen will sich die Streaming-Plattform Netflix künftig verstärkt stellen. Das zumindest verkündete Co-Chef Ted Sarandos anlässlich eines Berichts, den der Konzern Ende Februar veröffentlicht hat.

Netflix will mit dieser «Inklusionslinse» sicherstellen, dass die eigenen Anstrengungen bezüglich Diversity weitergeführt werden. Laut dem nun veröffentlichten Bericht habe das Unternehmen diesbezüglich zwar Fortschritte gemacht, es bestehe allerdings noch Optimierungspotential. Zu diesem Schluss kommen die Verantwortlichen der Studie anhand einer Analyse der Filme und Serien, die Netflix zwischen 2018 und 2019 kommissioniert hatte.  

100 Millionen US-Dollar will der Konzern nun in den nächsten fünf Jahren über einen Fonds investieren, um die vom Bericht noch aufgezeigten Mängel zu beseitigen. Sowohl vor wie auch hinter der Kamera sollen so insbesondere Leute aus der LGBTQ-Community, People of Color oder Menschen mit Behinderungen vermehrt beteiligt und gefördert werden. Damit will Netflix, ein Unternehmen, das laut der Autorin der Studie Dr. Stacy L. Smith bereits heute der Branche in Sachen Repräsentation von Frauen voraus sei, seine Anstrengungen vervielfachen.

Ob es der Streaming-Plattform gelingt, mit dieser Initiative eine Industrie weiter zu reformieren, die durch den Konzern bereits einmal umgekrempelt worden ist, bleibt derzeit noch offen. Zwar hat Netflix das Geschäftsmodell der gesamten Film- und Fernsehproduktion bereits massiv verändert – in Bezug auf die Repräsentation von Minderheiten ist derzeit bei Hollywood und Co. jedoch anscheinend noch vieles beim Alten. 

Wie ein im Februar 2020 veröffentlichter Bericht der University of California (UCLA) zeigt, sind derzeit die Chefsessel der Filmstudios und TV-Netzwerke weiterhin in denselben Händen: 92 Prozent der Führungspositionen sind von Weissen besetzt – 68% davon sind Männer.