Millionen für Mikroroboter

Ein Bionaut neben einer 1 Cent Münze 

Millionen für Mikroroboter

Während mehreren Jahren forschte das Team von Michael Shpigelmacher und Aviad Maizels sozusagen inkognito an seiner Idee. Man wollte erst an die Öffentlichkeit treten, wenn Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten verfügbar seien, sagte Shpigelmacher in einem Interview. Im März 2021 wurden die Bionauten der Welt schliesslich vorgestellt.

Bionauten sind Mikroroboter, die in das Rückgrat injiziert und von aussen über ein Magnetfeld durch den Körper gesteuert werden. Zielort ist das Hirn, wo der Bionaut über ein magnetisches Signal an einer definierten Stelle X Medikamente entlädt, bevor er den Körper über den gleichen Weg wieder verlässt. 

Ein grosser Vorteil der Bionauten besteht darin, dass Medikamente effizient zur Problemstelle gelangen. Wirkstoffe zirkulieren nicht, wie bisher meistens der Fall, via Blutkreislauf durch den ganzen Körper. Zudem können Bionauten je nach Bedarf entwickelt werden und sich zum Beispiel in Grösse, Kapazität und Oberflächenstruktur unterscheiden.

Shpigelmacher und Maizel haben sich bei ihrer bisherigen Forschung auf schwere Erkrankungen des zentralen Nervensystems, insbesondere Parkinson und das Hirnstamm-Gliom, konzentriert. Letzteres ist eine Tumorart, an der meistens Kinder und junge Erwachsene erkranken – und die sehr schwer zu behandeln ist.

Bis im Frühjahr konnte das Start-Up insgesamt 20 Millionen US-Dollar Kapital von verschiedenen Firmen auftreiben. Das Geld will Bionaut Labs nutzen, um die Wirksamkeit der Bionauten in grossen Tieren und schliesslich in klinischen Studien am Menschen zu testen. Anvisiertes Ziel für die klinischen Studien ist 2023.