Reiche Amis und Fussball

Die neuen Besitzer des Genoa C.F.C. v.l.n.r Juan Arciniegas, Josh Wander und Andres Blazquez, der Firma 777 Partners

Reiche Amis und Fussball

175 Millionen US-Dollar blätterte die amerikanische Investmentfirma 777 Partners vor wenigen Tagen für den italienischen Fussballclub Genoa C.F.C. hin. Es ist das jüngste Beispiel von einer Reihe amerikanischer Investments in den europäischen Fussball. Laut KPMG besitzen Amerikaner*innen an rund 20% von 60 Erstligaclubs im Vereinten Königreich, Italien und Frankreich grosse Anteile.

Auch andere Italien-Clubs stossen bei den Amis auf Interesse. Sechs von 20 Mannschaften der höchsten Spielklasse befinden in amerikanischer Hand. Dazu gehört mitunter der AC Mailand, der 2017 vom amerikanischen Investmentfonds Elliott Management übernommen wurde. Der AS Rom spielt ebenfalls in der A-Liga, der Amerikaner Dan Friedkin kaufte ihn 2020 seinem Landsmann James Pallotta für schätzungsweise 600 Millionen Euro ab. 

In England besitzen Amerikaner*innen unter anderem Arsenal, Liverpool und Manchester United. Die drei Clubs sollten alle auch Teil der neuen Super League werden, ein geschlossenes Turnier mit zwölf festen Mannschaften, für welches die amerikanische Bank JP Morgan eine Anschubfinanzierung von 3.5 Milliarden Euro bereitgestellt hätte. 

Es blieb bei der Idee, denn das Vorhaben kam weder bei den Clubs noch bei den Fans gut an. Auch die UEFA hatte keine Freude an einem Konkurrenzturnier zur Champions League. Ein teures Nein: Denn alleine das Dabeisein hätte den Clubs angeblich bis zu 300 Millionen Euro Einnahmen bringen sollen.

Vermutlich hätte das Turnier hohe Einschaltquoten generiert – sie sind mit ein Grund für die Investments der Amerikaner in den europäischen Fussball. Das Verkaufen von Übertragungsrechten kann sehr lukrativ sein, umso mehr, wenn ein Club dank finanzieller Mittel eine top Mannschaft aufbauen und spannenden Fussball zeigen kann. 

Dass gerade in den vergangenen Jahren viele Clubs zu einem amerikanischen Besitzer wechselten, hat auch mit dem Weltgeschehen zu tun: Einerseits zogen sich chinesische Investoren aus politischen Gründen tendenziell zurück, was Platz für die Amis schaffte, und andererseits befinden sich viele Clubs aufgrund von Corona in einem desolaten Zustand. Es ist also – wortwörtlich – ein günstiger Zeitpunkt zum Kaufen.