Päckli-Boom: Die Post rüstet auf

Ein Postbote bei der Paketzustellung

Päckli-Boom: Die Post rüstet auf

Online Shopping ist ein Trend, der mit der Corona-Pandemie zusätzlich an Fahrt gewonnen hat. Wie Zahlen des Schweizer Handelsverbands zeigen, wuchsen die Umsätze der Onlineshops hierzulande um mehr als 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – auf 13.1 Milliarden Franken. Der Löwenanteil davon, 11 Milliarden Franken, ging an Schweizer Unternehmen mit einer .ch Domain, der Rest an ausländische Händler*innen. Laut Expert*innen dürfte diese Entwicklung unvermittelt weitergehen. Eine Prognose des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) geht etwa davon aus, dass in unserem Nachbarland Deutschland 2024 der Onlineanteil am Einzelhandel bei 16,5 Prozent liegen dürfte – bei zunehmender Dynamik sogar bei 19,4 Prozent.

Diese rasante Steigerung im Online-Konsum hat Konsequenzen für die Schweizer Post – sie befördert massiv mehr Päckli. Sage und schreibe 191 Millionen Pakete waren es im Rekordjahr 2020. Darauf hat die Post reagiert – und Anfang September mit Umbauarbeiten für zwei neue regionale Paketzentren in Buchs (AG) und Pratteln (BL) begonnen. Diese beiden Standorte machen es möglich, Pakete gleich in der Region zu sortieren und anschliessend zu verteilen. Das bringt nicht nur logistische Optimierungen mit sich, sondern ist laut den Verantwortlichen auch ein ökologisch sinnvoller Schritt zu mehr Nachhaltigkeit.

Rund 72 Millionen Franken investiert die Post für den Standort in Pratteln; in Buchs sind es rund 15 Millionen Franken. Verkehrstechnisch gut angeschlossen können in Pratteln ab Herbst 2022 160‘000 Pakete sortiert und ausgeliefert werden – in Buchs sind es deren 90‘000. Die beiden neuen Zentren ergänzen die bisherigen sieben Standorte, stellen aber nur einen ersten Schritt im Ausbau der Paketlogistik dar. Bis 2030 soll das Netz 15 solcher Standorte beinhalten. Neben neuen Zentren in Rümlang (ZH), Utzensdorf (BE) und Volketswil (ZH) soll neu auch das bestehende Briefzentrum Härkingen (SO) neu eine Paketsortierung erhalten.

Dieses Netz dürfte seinen Nutzen sehr bald unter Beweis stellen. Denn die führenden Anbieter*innen im Schweizer Onlinehandel bestätigen die optimistischen Prognosen von Branchenkenner*innen. Brack.ch und Digitec Galaxus legten 2020 gewaltig zu – ein Umsatzwachstum von 27 respektive sogar 59 Prozent konnten die Händler*innen verzeichnen. Das Wachstum dürfte vielleicht nicht ganz im gleichen Ausmass wie im ersten Pandemiejahr sein, aber dennoch weiterhin steil nach oben verlaufen. Zusätzlich springen angesichts des sich verändernden Konsumverhaltens vermehrt auch kleinere, konventionelle Konkurrent*innen aus dem stationären Bereich auf den Zug auf. So wird die Päckli-Flut also nicht abnehmen – und auch das ausgebaute Logistik-Netz der Post wohl bald schon auf Herz und Nieren geprüft.