Musik feat. Fair Trade

Abbildung Frau mit Kopfhörern, die eine Berglandschaft betrachtet

Musik feat. Fair Trade

Das Schweizer Musikportal iGroove stösst bei Künstlern wie Konsumenten auf offene Ohren. Auch Microsoft ist auf das Start-up aufmerksam geworden. Dennis Hausammann, einer der drei Gründer, erklärt, was iGroove anderen Anbietern voraus hat.

Was bietet iGroove genau an?

iGrooveNext.com ist der beste Weg für Musiker, um mit ihrer Musik mehr Geld zu verdienen und zugleich ihr eigenes Label zu sein. Und iGroove.eu bietet Fans die Möglichkeit, ihre Musik via E-Mail und SMS zu fairen Künstlerkonditionen zu kaufen.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Anbieter in diesem Bereich. Warum braucht es iGroove?

iGroove konzentriert sich darauf, Künstlern neben einem digitalen Musikvertrieb auch alternative Umsatzmodelle wie den Verkauf von Musik via SMS anzubieten. Zusätzlich stehen verschiedene Label-Dienstleistungen zur Verfügung, beispielsweise Radio-Bemusterung. iGroove bietet einen Rundum-Service, welcher es für Musiker überflüssig macht, bei einem Label zu unterschreiben.

Wie ist das Feedback von Musikern, die iGroove nutzen?

Hervorragend. Wir geniessen eine hohe Akzeptanz in der Schweizer Musikszene. 

Bei iGroove kann man optional mehr als der angegebene Verkaufspreis bezahlen. Wie oft wird tatsächlich tiefer in die Tasche gegriffen?

Bei ungefähr 10% der Bestellungen. Dabei handelt es sich teilweise um kleine Beträge wie 10 Rappen, manchmal aber auch um grössere wie 50 Franken. Die Möglichkeit, mehr zu bezahlen, wird oft von Freunden und Verwandten der Musiker genutzt, um sie so zu unterstützen.

Wollen Leute Musik heutzutage überhaupt noch «besitzen»? Liegt die Zukunft nicht im Streaming?

Doch, die Zukunft liegt im Streaming. Aber auch wenn in Zukunft nur noch 10% der Umsätze via Download erzielt werden, soll der Musiker bestmöglich davon profitieren. Das Interesse von iGroove besteht darin, dass der Künstler von allen Einnahmemöglichkeiten profitieren kann.

iGroove gibt’s seit 2013. Wie verlief der bisherige Geschäftsgang?

Wir sind von drei auf sieben Mitarbeiter angewachsen und seit Februar 2016 rentabel. Bis jetzt ist alles soweit nach Plan verlaufen.

Bedeutet Selbständigkeit Verzicht?

Ja, aber es ist unmöglich, den Verzicht gegen die gewonnene Freiheit aufzuwiegen.

Ihr seid im September mithilfe von Microsoft – das Unternehmen hält viel von euch – zusätzlich in Deutschland gestartet. Wie läuft es bisher?

Deutschland ist gerade am Anlaufen, wir rechnen bis Ende Jahr unsere Umsätze verdoppeln zu können. 2017 starten wir offiziell mit allen drei Major Labels – Universal, Sony und Warner Music – in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Derzeit evaluieren wir, welche Märkte wir danach angehen.