Was kostet eigentlich ein Lottogewinn?

Abbildung Lottokugeln

Was kostet eigentlich ein Lottogewinn?

Über 70 Millionen Franken teilen sich die drei Gewinner vom Rekord-Jackpot vom vergangenen Dezember. Ganze 49 Mal wurde gezogen, bis endlich jemand die korrekten sechs Zahlen plus Zusatzzahl getippt hat.

Dass die Chancen auf einen Höchstgewinn seit den 70er-Jahren gesunken sind – zur Zeit stehen die Chancen bei 1 zu 31’474’716 – lässt das immense Glück, welches jemand haben muss, nur noch grösser erscheinen.

70 Millionen sind unvorstellbar viel Geld. Dass davon jedoch gleich ein grosser Batzen abgezogen werden muss, geht in der Euphorie häufig vergessen. Von einem Schweizer Glückspilz wird ab einem Gewinnbetrag von 1’000 Franken automatisch die Verrechnungssteuer von 35% eingezogen. Der Restbetrag wird dann je nach Kanton unterschiedlich besteuert.

Mit 45.5 Millionen beziehungsweise einem Drittel davon lässt es sich wohlgemerkt immer noch mehr als gut leben. Gemäss einer Studie der Amerikanischen Stiftung für Finanzbildung verlieren bis zu 70% der Lottogewinner innerhalb weniger Jahre all ihr Geld und verschulden sich sogar.

Dem ersten Schweizer Lottogewinner von 1979 erging es genau so. Der Berner Oberländer Installateur gewann 1.7 Millionen Franken, verspekulierte sich jedoch bei einem Immobilienkauf und musste nach sieben Jahren Privatkonkurs anmelden. Bevor er 2014 in ärmlichen Verhältnissen verstarb, veröffentlichte er 2010 ein Buch: Lottokönig: Einmal Millionär und zurück.

Durch den plötzlichen Geldsegen überfordert, erleiden die meisten Gewinner einen Realitätsverlust, verschenken grosse Teile ihres Geldes und investieren falsch. Es kommt also nicht von ungefähr, dass Finanzberater witzeln, wer Feinde habe, soll ihnen einen Lottoschein schenken.