Was kostet eigentlich ein Jahr Strom?

Collage von Glühbirne, Taschenrechner, Sparschwein, gefülltem Münzglas

Was kostet eigentlich ein Jahr Strom?

Weil man ihn pauschal und / oder mit den Nebenkosten bezahlt, haben die wenigsten eine konkrete Vorstellung davon, was Strom en detail kostet. Dass Strom in den letzten Jahren immer teurer wurde, löst denn auch eher ein diffuses Unbehagen aus als konkrete Ängste vor einschneidenden Mehrkosten beziehungsweise Einschränkung.  

Tatsächlich ist Strom, bezieht man ihn isoliert auf eine Anwendung oder ein Gerät und eine Zeitdauer von einem Jahr, in den meisten Fällen absurd günstig. Für das Aufladen des Handys zahlt man einen Franken pro Jahr. Die effizienteste Kaffeemaschine kommt auf einen Verbrauch von rund 5 Franken. Eine Leselampe mit LED-Sparlampe schlägt wiederum mit einem Franken zu Buche.

Selbst berüchtigte Stromfresser wie Waschmaschine, Tumbler und Gefriertruhe fallen für sich betrachtet moderat aus. Zwischen 50 bis 100 Franken im Jahr kostet der Strom für den Betrieb pro Gerät. Ins Gewicht fällt aber schlussends die Gesamtmenge an Strom, die jeder Einzelne über alle Geräte und Anwendungen verbraucht. In der Schweiz hat ein Haushalt durchschnittlich 15 Elektrogeräte, Tendenz steigend.

Die gute Nachricht an dieser Stelle: Neue Gerätegenerationen verbrauchen weit weniger Strom als die Vorgänger. Wir nutzen heute mehr und öfter Elektrogeräte als vor zehn Jahren und doch sinkt der Stromverbrauch. Laut WWF wird darüber hinaus jede dritte Kilowattstunde verschwendet – das bedeutet ein immenses zusätzliches Sparpotenzial.   

Die schlechte Nachricht: Die sogenannt «graue Energie» ist in diesen Verbrauchsstatistiken nicht miteinberechnet. Graue Energie ist die Energiemenge, die benötigt wird, um ein Produkt herzustellen, zu transportieren, zu lagern, zu verkaufen und zu entsorgen. Der Stromanteil an dieser Energiemenge ist fast immer bedeutend.

Betrachtet man den gesamten Lebenszyklus eines Produkts, macht die graue Energie in der Bilanz mindestens 50% aus. Alleine für die Herstellung eines handelsüblichen PC werden 3000 Kilowattstunden Strom benötigt. Wird dieser PC dann während eines Jahres zehn Stunden am Tag mit Strom versorgt, kommt man auf rund 500 Kilowattstunden.

Fazit: Wer auf Dauer sparen will, kauft energieeffiziente, langlebige Elektrogeräte, die möglichst ressourcen- und energieschonend und bestenfalls lokal oder in der Nähe hergestellt wurden. Dazu: Elektrogeräte, die gerade nicht gebraucht werden, vom Strom nehmen.