Erfolgs-Game aus Schlieren

Screenshot aus «Landwirtschafts-Simulator»

Erfolgs-Game aus Schlieren

Gaming hat sich in den vergangen Jahren von einem nerdigen Hobby zu einem Phänomen entwickelt, das seinesgleichen sucht. Einerseits sind die Reichweiten beeindruckend – online sowieso aber auch offline vermögen Computerspiele Massen zu mobilisieren. Andererseits hat sich eine Industrie mit Milliarden-Umsätzen entwickelt: Weltweit erzeugten Computerspiele im vergangenen Jahr einen Umsatz zwischen 160 und 173 Milliarden US Dollar

Dabei mischen auch Entwickler*innen aus der Schweiz kräftig mit. 2018 sollen hierzulande weit über 600 Millionen Franken umgesetzt worden sein. Tendenz steigend. Dabei ist das Feld gut aufgestellt: An verschiedenen Universitäten und Kunst- und Designhochschulen werden Game-Entwicklungs-Studiengänge angeboten – etwa in Lausanne, Genf, Saxon, Zürich oder in Luzern. Auch gibt es verschiedene Messen und einige Branchenverbände – etwa die Swiss Game Developers Association oder die Swiss Interactive Entertainment Association und auch die International Game Developers Association hat einen Ableger in der Schweiz.

Zudem finden sich eine Reihe von namhaften Gaming-Unternehmen in Zürich und um den Genfersee – darunter Giants Software aus Schlieren, das mittlerweile knapp 100 Mitarbeiter*innen beschäftigt. Aushängeschild von Giants ist der «Farming Simulator». Bei diesem Game geht es nicht etwa darum, Städte in fremden Galaxien zu erobern oder historische Schlachten zu reenacten, sondern darum, einen Bauernhof zu führen. Die Spieler*innen bewirtschaften also Felder, fahren mit grossen Maschinen durch ihre Kulturen, kümmern sich um Kühe, Schweine und andere Hoftiere.

Und das Game ist äusserst erfolgreich. Es zählt gemäss der Schweizer Tageszeitung «Tages-Anzeiger» zu den 50 beliebtesten Videospielen weltweit. In über 18 Sprachen wurde der «Farming Simulator» übersetzt und ganze 25 Millionen mal ging das Game über den Ladentisch. Und nicht nur das – das Videospiel fesselt seine Spieler*innen, darunter viele Kinder und Jugendliche, regelrecht an den Bildschirm. Gewisse Gamer*innen haben mehr als 500 Stunden mit dem «Landwirtschafts-Simulator» verbracht. 

Giants, und das zeichnet das Unternehmen besonders aus, begnügt sich aber nicht mit der Entwicklung des Spiels. Die Firma in der Zürcher Agglo hat ein ganzes Ökosystem um sein Flaggschiff aufgebaut: So gibt es mittlerweile auch Hardware für das Spiel – ein Steuerrad und ein Sidepanel sollen die Traktorfahrt möglichst realistisch erscheinen lassen. Und zusätzliches Geld in die Kasse von Giants spülen. Zudem organisiert das Unternehmen mit der Farmcon eine eigene Messe, die in diesem Jahr auf Twitch stattgefunden hat.

Nun nimmt Giants Software auch den Vertrieb in die eigene Hand. Die neueste Erweiterung des Spiels, «Farming Simulator 22», vertreibt Giants Software dieses mal selbst. Erscheinungsdatum der neuen Auflage war der 22. November – und passend zur kommenden Wintersaison soll’s dieses Mal im Game auch schneien. 

Foto des Google Stadia Controllers

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