Erste Milliarde: Ist es heute einfacher?

Foto eines Privatjets

Erste Milliarde: Ist es heute einfacher?

Jedes Jahr publiziert das Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz eine Liste der vermögendsten Schweizer*innen – seit 1989. Unter den 300 Reichsten der Schweiz waren laut Bilanz 2019 insgesamt 139 Milliardäre. Im vergangenen Jahr sind fünf neue Milliardäre zur Liste dazugekommen.

Insgesamt steigt die Anzahl der Milliardäre weltweit seit Jahren – und auch die Anzahl der Milliardärinnen nimmt zu. In den vergangenen fünf Jahren stieg ihr Anteil an den Superreichen um 46%, von 160 auf 233. 

Und während in Europa wie auch in der Schweiz das Bild noch durch althergebrachte Milliardärsfamilien geprägt ist, entstehen in Asien immer mehr Selfmade-Milliardäre – gerade Chinesen machen derzeit einen Löwenanteil der neuen Vermögenselite aus. 

An der Spitze der Reichen stehen jedoch weiterhin drei Männer – allesamt amerikanische Unternehmer: Amazon-Chef Jeff Bezos, Microsoft-Gründer Bill Gates und Investor Warren Buffet.

Solche finanzkräftige Gründer und Chefs erhöhen die Erfolgschancen von Unternehmen: Eine 2019 veröffentlichte Studie spricht von einem regelrechten «Milliardärseffekt». Unternehmen, die von Milliardär*innen gesteuert werden, erzielten zwischen 2003 und 2018 einen mittleren jährlichen Wertzuwachs von 17,8 Prozent. 

Beispiele für solche Firmen sind der Social-Media-Gigant Facebook, Computerhersteller Dell, der Kosmetikkonzern L’Oréal oder die Bank Rothschild. Ottonormalverbraucher, die ihre Ersparnisse im gleichen Zeitraum in Aktien investierten, mussten sich mit einer etwa halb so hohen Rendite zufriedengeben – nämlich 9,1 Prozent.

Als Gründe für den Effekt machen die Autor*innen der Studie drei Ursachen aus: Milliardäre gingen kalkuliert Risiken ein, sie seien permanent wachsam in Bezug auf neue Geschäftsideen und Opportunitäten und würden eine langfristige Strategie verfolgen. 

Das beinhalte nicht zuletzt, dass Ressourcen für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stünden und diese auf Produkte mit dem höchsten Wertpotenzial fokussiert würden. Es versteht sich von selbst: Viele dieser Erfolgsrezepte sind für Leute mit einem kleineren finanziellen Polster schwierig anwendbar.

Für diejenigen, die nicht von einer Erbschaft profitieren können, bieten sich Optionen wie der Aktienhandel, Glücksspiel oder eine schlagende Geschäftsidee als mögliche Wege zum Geld. Die Chancen, auf einem dieser Wege zur ersten Milliarde zu kommen, dürften allerdings nicht allzu hoch sein. 

Dem englischen Unternehmer Richard Branson wird nachgesagt, dass er immerhin einen Rat auf Lager hatte, wie man Millionär werden kann: «Wenn man Millionär werden will, startet man mit einer Milliarde – und lanciert eine neue Airline».

Portrait von Bill Gates

Superreiche Geldversprechen

Mit The Giving Pledge wollen Microsoft-Gründer Bill Gates, seine Frau Melinda und der Investor Warren Buffett die Superreichen verpflichten, ihr Geld zu spenden – Anlass für Lob. Aber auch Kritik.