Erster Tourismus-Flug zum Mond geplant

Foto einer Rakete

Erster Tourismus-Flug zum Mond geplant

Im Juli 1969 setzten die ersten Menschen ihre Füsse auf den Mond. Den Hype um die Apollo-Missionen wusste die Fluggesellschaft Pan American World Airways für sich zu nutzen und rief den «First Moon Flight»-Club ins Leben. Wer zu den ersten Touristen auf dem Mond zählen wollte, konnte eine Mitgliedschaft beantragen. Die über 90’000 registrierten Personen hofften allerdings vergebens auf einen Mond-Flug. 1991 ging die Fluggesellschaft pleite.

Die Idee, den Weltraum zu kommerzialisieren, lebte auch ohne Pan Am weiter. Seit Jahrzehnten träumen unzählige Unternehmen davon, Privatpersonen ins All zu schiessen. 2001 wurde der Traum Wirklichkeit, als mit Dennis Tito der erste Space-Tourist zur Raumstation ISS flog. Für seinen achttägigen Trip bezahlte der Unternehmer 20 Millionen US-Dollar.

Sechs weitere sind Tito seither gefolgt, zuletzt Guy Laliberté im Jahr 2009. Der Cirque du Soleil-Gründer blätterte für seinen Flug zur ISS 35 Millionen US-Dollar hin. Der nächste Trip dieser Art dürfte noch teurer werden. Die NASA plant ab 2020 Touristen zur Raumstation zu fliegen. Die Reise allein kostet bis zu 58 Millionen US-Dollar, weiter fallen 35’000 US-Dollar pro Tag an Bord an – pro Person.

Die Unternehmen Blue Origin des Amazon-Gründers Jeff Bezos und SpaceX des Tesla-Gründers Elon Musk haben ein anderes Ziel im Auge: den Mond. Bezos glaubt, der Trabant sei ein gutes Raumfahrtsziel und will 2024 erstmals Menschen zum Mond befördern. Musk hofft, dass ihm ein bemannter Flug bereits 2023 gelingt – der Unternehmer plant allerdings eine Mondumrundung und keine Landung wie Bezos. 

Der erste Sitz in Musks Rakete, die derzeit für 5 Milliarden US-Dollar entwickelt wird, ist seit einem Jahr vergeben. Der japanische Milliardär Yusaku Maezawa hat sich die Tour um den Mond gekauft – für wie viel, darüber wird eisern geschwiegen. Klar ist, Maezawa macht daraus ein Kunstprojekt namens #dearmoon. Er lädt sechs bis acht Künstler ein, ihn zu begleiten und ihre Eindrücke nach dem Rundflug kreativ zu verarbeiten.

Das Versprechen, einmal um den Mond zu fliegen, verkaufte bereits Space Adventures. Das Unternehmen verpreiste den Trip mit 150 Millionen US-Dollar. Der Investor Harald McPike kaufte sich die Reise mit unbestimmtem Flugdatum und musste 7 Millionen US-Dollar vorauszahlen. Der Flug fand allerdings nie statt und McPike verklagte Space Adventures schliesslich.

Erdaufgang

Was machen wir mit dem Mond?

Einst diente der Mond zur Macht-Demonstration, mittlerweile lockt der Planet mit seinen Ressourcen. Regierungen und Privatunternehmer wetteifern um Forschungsergebnisse, die sich in Bares ummünzen lassen.