Essbares Wasser?!

Foto von einer Hand, die ein «Ohoo!» hält.

Essbares Wasser?!

Plastik ist praktisch – und leider praktisch überall. Sogenanntes Mikroplastik wurde erst kürzlich an Orten gefunden, wo sich normalerweise keine Menschen aufhalten. Nämlich im ewigen arktischen Eis. Doch wie kommt es dort hin?

Mikroplastik findet sich entweder beabsichtigt in Kosmetika, wie beispielsweise in Peelings, oder wird unabsichtlich durch das Verrotten von Kunststoffmüll erzeugt. Laut einer Studie der Universität Basel findet sich im Rhein, zwischen Basel und Rotterdam, eine der höchsten Konzentrationen von Mikroplastik.

Durch das Wasser gelangen die menschengemachten Plastikpartikel in einen unaufhörlichen Kreislauf, durch den sie schliesslich auch in unsere Körper gelangen. Fische nehmen die Partikel, die auf die Grösse von Plankton geschrumpft sind, durch Wasser und Nahrung auf. Und die Fische werden wiederum von grösseren Tieren verspeist – eben auch von uns Menschen.

Auch die Artenvielfalt der Meeresvögel nimmt wegen der Plastikverschmutzung ab, wie vom Fotografen Chris Jordan eindrücklich festgehalten: Er hat eine Fotoreihe zu Vogelkadavern gemacht, bei denen man sieht, dass die Eingeweide mit Plastikstückchen gefüllt waren. Die Tiere verkennen die Plastikstücke als Nahrung, füttern sie ihren Küken und schicken sie unwissentlich in den Hungertod, da Plastik keinen Nährwert hat.

Als Antwort auf die allgemeine «Plastikbedrohung» hat das Skipping Rocks Lab aus London sich etwas einfallen lassen. Inspiriert von der Molekularküche, zu 100% pflanzlich, essbar und falls doch nicht gegessen, innerhalb von vier bis sechs Wochen biologisch abbaubar.

«Ohoo!» nennt sich die Flasche der Zukunft. Sie produziert fünf mal weniger CO2 und verbraucht bis zu neun mal weniger Energie als PET. Die Idee an sich ist zwar nicht neu, denn ein Vorbild waren die essbaren Kügelchen im Bubble Tea. Jedoch kam es bislang niemandem in den Sinn, dies auf ein grösseres Fassvermögen anzuwenden.

Abgerundet werden alle die guten Eigenschaften von «Ohoo!» von folgender, oft ausschlaggebender Tatsache: Die Herstellung der Membran ist viel billiger als die Herstellung von Plastik und könnte somit jegliche Verpackungsmaterialien ersetzen.

Abbildung Wasseroberfläche

Was kostet eigentlich ein Liter Trinkwasser?

Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung trinkt regelmässig vom Wasserhahn. Bis zum Erhalt der Quartalsrechnungen vergisst man oft, dass das blaue Gold kostet. Der Preis ist aber erstaunlich tief.