Faire Laptops, gibt’s das?

3 Laptops gestapelt

Faire Laptops, gibt’s das?

Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz 1,35 Millionen Laptops abgesetzt. Jede sechste Person also hat sich ein neues Gerät angeschafft. Dies lässt erahnen, wie flächendeckend Laptops verbreitet sind. Ohne geht es heutzutage auch kaum noch. In vielen Fällen sind sie Kommunikationsmittel, Arbeitsgerät, Entertainment-Tool, Privatarchiv und noch vieles mehr in einem. 

Kurz: Laptops sind der Nabel unserer Welt. Sie sind so wichtig, dass wir gerne etwas ausblenden, das wir eigentlich alle wissen: Die Geräte beinhalten Komponenten, die schädlich für die Umwelt sind, und die Arbeitsbedingungen für die Gewinnung der notwendigen Rohstoffe sowie die Produktion der Geräte sind schlechter, als wir uns das wünschten.

Doch was tun? Auf der Website von Ethical Consumer, einer englischen Organisation, die seit 1989 kritisch auf die sozialen und ökologischen Fussabdrücke von Unternehmen blickt, werden einige Grundsätze beschrieben, die bei jedem Laptop-Kauf berücksichtigt werden sollten:

Weil der ökologische Impact der Produktion eines Laptops immens ist, lohnt es sich, die Lebensdauer der Geräte maximal auszureizen. Darum wird empfohlen, Geräte wann immer möglich zu reparieren und sie nicht einfach zu ersetzen. Darüber, wie einfach welche Modelle zu reparieren sind, gibt die Website ifixit.com Auskunft. 

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass jüngere MacBooks schlecht bis eher schlecht abschliessen, während etwa die Modelle von Samsung, HP und Dell gut bis sehr gut reparierbar sind.

Ist eine Reparatur nicht möglich, dann gilt es auf Secondhand-Produkte zurückzugreifen. Netter Nebeneffekt: Geräte aus zweiter Hand, die oft in einwandfreiem Zustand zu haben sind, kosten weit weniger als brandneue Produkte. 

Lässt es sich nicht vermeiden, ein Neugerät anzuschaffen, dann gilt es unbedingt darauf zu achten, dass das Produkt bzw. der Hersteller TCO zertifiziert ist, empfiehlt Ethical Consumer weiter. TCO ist ein weltweit anerkanntes Zertifikat für IT Produkte. 

Um damit ausgezeichnet zu werden, müssen Fabriken bestimmte Anforderungen an Arbeitszeiten, Arbeitsumfeld und Löhne erfüllen, während bei Produkten auf Energieeffizienz, ergonomisches Design und die Vermeidung von Schadstoffen geachtet wird.

Die beiden Hersteller mit den meisten zertifizierten Produkten sind Acer und ASUS. In der TOC-Datenbank unauffindbar, im Netz aber vielerorts als fair angepriesen sind die Produkte von kleinen Anbietern wie veryPC oder iameco

Letztere etwa produzieren, wie es auf der Unternehmenswebsite heisst, nachhaltige, ökologische High-Performance Geräte, die keine schädlichen Chemikalien und Schwermetalle beinhalten. Gleichzeitig schneidet iameco in einer Analyse von Ethical Consumer bezüglich Arbeitsbedingungen in der Herstellung schlecht ab. Das rundum faire Produkt scheint auch iameco nicht liefern zu können.

An einer weiteren fairen Alternative arbeitet aktuell die Shift GmbH aus dem hessischen Falkenberg, die bisher wie Fairphone faire Smartphones herstellt. Allerdings musste das Unternehmen 2017 die Entwicklung des «Tablop» Shift12 fallenlassen. Und das, obwohl das Projekt dank eines erfolgreichen Crowdfundings auf guten finanziellen Beinen stand. Nun soll in diesem Jahr aber ein faires All-in-one-Device namens Shiftmu kommen.

Es gibt also tatsächlich faire Alternativen – auch wenn diese nicht perfekt sind. Sich einen Überblick über die verschiedenen Optionen zu verschaffen, ist jedoch eine Herausforderung an sich.

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