To fish or not to fish?

Veganene Shrimps in einer Schüssel

To fish or not to fish?

Auf dem Menüplan von konsequenten Vegetarier*innen und Veganer*innen sucht man vergebens nach Fisch. Was aber, wenn jemand nicht auf Sushi, Fish & Chips, Salade niçoise und Co. verzichten möchte? Nachdem der Markt für Fleischersatzprodukte in den vergangenen Jahren explodierte, liegen nun auch Fischersatzprodukte im Trend.

Die Gründe dafür sind vielfältig, zu nennen gibt es insbesondere deren zwei. Einerseits ist die Akzeptanz von Ersatzprodukten bei den Konsument*innen in den letzten Jahren markant gestiegen. Manch einer, der bis vor kurzem zwei Mal täglich eine fleischhaltige Mahlzeit verdrückte, ist heute auch mit einem Soja-Plätzli oder einer Quorn-Bratwurst zufrieden. 

Andererseits ist der Umweltdiskurs im Mainstream angelangt – und damit zusammenhängend ist ein Bewusstsein für die negativen Implikationen des Fischverzehrs entstanden. Die Weltmeere sind wegen der riesigen Nachfrage nach Fisch masslos überfischt; gemäss Good Catch, einer amerikanischen Firma die seit 2016 an Thunfisch auf Pflanzenbasis herumtüftelt, sind 90% der globalen Fischbestände ausgerottet. 

Auch Alternativen zum Fischfang im offenen Meer sind problematisch. So setzen etwa Fischfarmen – also kontrollierte Anlagen für die Fischzucht in natürlichen Gewässern – der Umwelt zu, indem sie beispielsweise Meerläuse verbreiten und Antibiotika in den natürlichen Kreislauf bringen.

Die Lösung scheint veganer Fisch zu sein. Doch was steckt dahinter beziehungsweise in den Produkten drin? Und wo kann man die Fischersatzprodukte kaufen?

Good Catch, ein Vorreiter in der Branche, verarbeitet ein Gemisch von sechs verschiedenen Gemüsesorten – etwa Erbsen und Sojabohnen – zu Thunfischersatz. Ihr Produkt namens «Fish Free Tuna» findet man seit Anfang Jahr in amerikanischen Supermärkten; Gespräche mit der britischen Supermarktkette Tesco sind gemäss dem Unternehmen ebenfalls am Laufen. 

Auch andere Anbieter im Pioniermarkt Amerika produzieren veganen Fisch. Ocean Hugger etwa stellt aus Auberginen ein Aal-ähnliches Produkt her und New Wave Foods produziert veganen Shrimp aus Seealgen- und Sojaproteinen.

Auch auf dem Schweizer Markt für Fischersatzprodukte tut sich etwas. Coop verkauft seit diesem Sommer den Thunfischersatz «Sensational Vuna» – hergestellt von Nestlé. Der in Vevey ansässige Lebensmittel-Multi hat Fischersatz unlängst als Wachstumsmarkt identifiziert und arbeitet zurzeit etwa an Lachs- und Shrimp-Alternativen. Und dabei wird bezüglich Ressourcen nicht gekleckert. Gemäss nau.ch arbeiten bei Nestlé aktuell um die 400 Mitarbeitende an der Entwicklung und Forschung von Fleisch- und Fischersatzprodukten.

Es ist also davon auszugehen, dass sich das Angebot an Fischersatz hierzulande schnell entwickeln wird. Und damit werden Produkte wie «Sensational Vuna» wohl bald einen ähnlichen Stellenwert auf hiesigen Tellern einnehmen wie Fleischersatz.

 

Schon mal ein Fischersatzprodukt probiert?

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