Frohe Weihnachten dank Lizenzgebühren

Screenshot aus dem Musikvideo «All I Want For Christmas Is You» von Mariah Carrey

Frohe Weihnachten dank Lizenzgebühren

Die Weihnachtszeit hält viel Altbekanntes bereit: Fröhlich anmutende Lichtinstallationen an Gebäuden und entlang von Strassen, mit Geschenkideen geschmückte Schaufenster in den Innenstädten, vom süsslichen Duft von Gebäck und Glühwein begleitete Weihnachtsmärkte und ein Repertoire an festlichen Songs, das sich über die Jahre kaum verändert.

Dazu zählt etwa Mariah Careys Liebeslied «All I Want For Christmas Is You» aus dem Jahr 1994. Darin übt sich die US-amerikanische Sängerin in materieller Bescheidenheit und wünscht sich zu Weihnachten mit eindrücklicher Stimmgewalt einen Verehrer – mehr nicht. Careys Wunsch hatte sich zum Zeitpunkt, als der Song entstand, wohl bereits in Form ihres damaligen Ehegatten, dem Musikproduzenten Tommy Mottola, erfüllt. «All I Want For Christmas Is You» bescherte der Musikerin darüber hinaus auch einen immensen Geldsegen.

Als die Plattenfirma Columbia Records, deren Muttergesellschaft Sony Music Entertainment 1994 notabene von Careys Ehemann Mottola geführt wurde, «All I Want For Christmas Is You» veröffentlichte, war der Song bereits ein Erfolg. In vielen Ländern rangierte das Lied in den Top Ten oder führte die Charts sogar an. Doch welches Ausmass der Erfolg über die Jahre annahmen würde, überstieg alle Erwartungen. Der Song ist aktuell die am zwölftmeisten verkaufte Single aller Zeiten und hat seit Mitte der Neunziger um die 60 Millionen US Dollar an Lizenzgebühren eingespielt,  Tendenz steigend. Denn jährlich kommt rund eine halbe Million US Dollar dazu.

Lizenzgebühren, auch Tantiemen genannt, werden pro Aufführung oder Wiedergabe eines Songs erhoben. So soll sichergestellt werden, dass Musiker/innen am Erfolg ihres geistigen Eigentums beteiligt bleiben. Eingefordert werden diese Tantiemen über nationale Organisationen; in der Schweiz ist dies die Suisa. Als Genossenschaft organisiert fordert diese bei Radios, Konzertveranstalter/innen, Musik-Streaming-Plattformen und weiteren Organisationen, die Musik von Schweizer Künstler/innen abspielen oder zur Verfügung stellen, die anfallenden Lizenzgebühren ein.

Dass mit einzelnen Songs – wie im Falle von «All I Want For Christmas Is You» – Tantiemen im zweistelligen Millionenbereich erwirtschaftet werden, hat verschiedene Ursachen. Das Verlangen nach Traditionen während den Festtagen, wozu neben Geschenken und Fondue chinoise eben auch die immer gleichen Weihnachtssongs gehören, spielt dabei eine gewichtige Rolle. 

Davon profitiert natürlich nicht nur Mariah Carey. Der englische Musiker Noddy Holder spielte 1973 mit seiner Glamrock-Band Slade «Merry Xmas Everybody» ein. Der Song, der während der Weihnachtszeit gerade in Grossbritannien rauf und runter läuft, so witzelte Holder in einem Interview mit der BBC, sei durchaus eine solide Altersvorsorge.

Rihanna

Was kostet eigentlich ein Hit?

Ein Welthit ist in der Regel kein Zufallsprodukt. Die Industrie investiert siebenstellige Beträge in Singles, die das Potenzial zum Kassenschlager haben. Beispiel Rihanna.