Führen Währungskriege zu «echtem» Krieg?

Abbildung Kriegsschiff

Führen Währungskriege zu «echtem» Krieg?

Lange hielt sich die Behauptung wacker, der Zweite Weltkrieg sei eine direkte Folge der Währungskriege in den 1930er-Jahren gewesen. Gäbe es einen nachweisbaren Direktzusammenhang, müssten aktuell die Alarmglocken läuten.

Seit der jüngsten Finanzkrise, die im 2007 die Weltwirtschaft nachhaltig in Schieflage gebracht hat, kämpfen die Staaten mit zunehmender Aggression um ihren Vorteil auf dem Weltfinanzparkett. Hauptsächlich und vereinfacht gesagt wollen die Länder durch eine möglichst weiche Währung ihre eigene Exportwirtschaft begünstigen.

Ein praktisches Anschauungsbeispiel aus privater und Schweizer Perspektive: Kauft man mit dem starken Schweizer Franken im benachbarten Ausland ein, kriegt man eher mehr für sein Geld. Es kann gut sein, dass die begehrten Sneaker dann umgerechnet und zuzüglich Porto und Einfuhrzoll 15% weniger kosten.

Von einer schwachen Währung in Relation zum Franken profitiert in der Folge nicht nur der ausländische Onlinehandel, sondern auch die Industrie und der Grosshandel. Wer günstiger produzieren und anbieten kann, erhält mehr Aufträge beziehungsweise Bestellungen. Für die teure Schweiz kann das heissen: Geld, Arbeit und Know-how verlassen die heimische Volkswirtschaft und sorgen andernorts für Wohlstand und Entwicklung.

Nun könnte man meinen, es sei ratsam, möglichst viel Waren zu exportieren und möglichst wenig einzuführen. Nach dieser Logik müsste die Schweiz auf vieles, was hierzulande nicht wächst oder produziert wird, verzichten.

Und wer beim Handel immer reicher wird, während seine Handelspartner immer ärmer werden, gefährdet die internationale Balance und damit den Frieden – der wiederum ist die Grundlage für langfristigen Fortschritt. Kaum ein Staat kann an diesem Abwertungswettlauf ein echtes Interesse haben, schon gar nicht in einer so undurchsichtig vernetzten Welt.

Ein eindeutiges historisches Beispiel für einen Währungskrieg, der alleinverantwortlich zu einem «echten» Krieg geführt hat, ist denn auch nicht bekannt. Wenn wir zum Zweiten Weltkrieg zurückkommen wollen, sagen uns die Historiker im Rückblick, dass weniger der Abwertungswettlauf, sondern vielmehr das Festhalten am Goldstandard und zusammenhängende wirtschaftspolitische Entwicklungen zum Zweiten Weltkrieg geführt haben. 

Bankgebäude aus Stein mit goldener Aufschrift «Bank»

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