GameStop – um was geht’s?

Eine GameStop Filiale

GameStop – um was geht’s?

An GameStop war in den vergangenen Wochen kein Vorbeikommen. Die amerikanische Firma beherrschte weltweit die Schlagzeilen – oder vielmehr ihr Aktienkurs. Manche sprechen von einem Kampf zwischen den Kleinen und den Grossen, zwischen David und Goliath, zwischen Privatanlegern und Hedgefonds. 

Auf der einen Seite stehen also die Hedgefonds, die sich durch hochspekulative Anlagestrategien auszeichnen. Dazu gehören sogenannte Leerkäufe. Vereinfacht ausgedrückt, leihen sie gegen eine Prämie Aktien aus und verkaufen sie sofort weiter. Die Hedgefonds spekulieren darauf, dass die Papiere beim Rückkauf günstiger zu erhalten  sind – und sie Gewinn machen.

Der Kurs einer Aktie muss bis zum Rückkauf also sinken, damit die Leerkauf-Strategie aufgeht. Im Falle von GameStop haben viele Hedgefonds darauf gewettet, dass die Papiere des angeschlagenen Unternehmens weiter an Wert verlieren. 2018 verzeichnete GameStop einen Verlust von 670 Millionen US-Dollar, 2019 von 471 Millionen. 

Die hohe Quote an ausgeliehenen GameStop-Aktien blieb nicht unbemerkt. Im Forum «WallStreetBets» auf der Plattform Reddit animierten Kleinanlegerinnen und -anleger zum Kaufen und Halten der Papiere, um den Aktienkurs hochzutreiben. Oder: Um den Hedgefonds einen Strich durch die Rechnung zu machen und ihnen Verluste zu bescheren.

Der «Anleger-Flashmob», wie die Aktion auch genannt wird, funktionierte. Der Preis der GameStop-Aktie schoss in die Höhe, zeitenweise war sie über 480 Dollar wert, im April 2020 waren es noch 3.25 Dollar pro Aktie. Die Hedgefonds fuhren Milliardenverluste ein. Laut der Analyseplattform S3 Partners bisher 20 Milliarden US-Dollar.

Im Spektakel spielten auch Online-Börsenhändler eine wichtige Rolle. Dazu gehört u.a. die amerikanische Plattform Robinhood. Sie passte mittlerweile die Nutzungsbedingungen an und schränkte den Aktienhandel ein. Das sorgte für Kritik, unter anderem bei den Kleinanlegerinnen und -anlegern. 

Illustration der Schlacht bei der Doggerbank aus dem Englisch-Niederländischer Krieg (1780–1784)

Die Geburtsstunde der Aktie

Eine berühmt-berüchtigte niederländische Handelsgesellschaft, die mitunter Kolonialgeschichte geschrieben hat, fand ein Finanzierungsmodell, das unsere Finanzmärkte bis heute prägt.