Gefunden werden statt suchen

Fünf Bewerber*innen warten auf ihr Bewerbungsgespräch

Gefunden werden statt suchen

Das Internet macht postalische Bewerbungen wohl bald überflüssig. Vielleicht werden wir in Zukunft überhaupt keine Bewerbungen mehr versenden müssen, auch nicht auf digitalem Weg. Vielleicht müssen wir nicht einmal mehr Stellen suchen, sondern werden von Unternehmen mit vakanten Positionen direkt kontaktiert. Online-Netzwerke wie LinkedIn und Xing machen’s möglich.

Vereinfacht gesagt, legt man auf solchen Plattformen einen digitalen Lebenslauf an. Man kann angeben, ob man aktiv Stellen sucht, ob man bloss die Augen offen hält oder ob man gar keinen Stellenwechseln in Betracht zieht. Wie der Name sagt, vernetzt man sich über diese Plattformen mit anderen Personen – in erster Linie mit der Motivation, fruchtbare Geschäftskontakte zu knüpfen.

LinkedIn und Xing gehören zu den grossen Playern auf dem Feld der Online-Netzwerke. LinkedIn ist eine internationale Plattform mit über 600 Millionen Nutzern, davon 13 Millionen im deutschsprachigen Raum. Xing wird aktuell nur im deutschsprachigen Raum genutzt und zählt über 15 Millionen Nutzer. Beide bieten eine kostenlose Variante und eine kostenpflichtige Premium-Version an. Letztere ermöglicht die Nutzung zusätzlicher Funktionen.

Den Grossteil des Umsatzes generieren LinkedIn und Co. allerdings nicht mit Premium-Accounts, sondern mit zahlenden Unternehmen und Headhuntern. Denn Millionen von Nutzern gleich Millionen von Daten. Und Millionen von Daten ermöglichen wiederum eine gezielte Suche nach passenden Kandidaten für offene Stellen. Zudem können Firmen über die Online-Netzwerke Stellenanzeigen publizieren und auch gezielt bewerben.

Die Präsenz auf solchen Netzwerken ist für Arbeitgeber nicht nur wichtig, weil das aktive Suchen nach qualifizierten Bewerbern immer relevanter wird. Die Plattformen bieten Firmen ebenso die Möglichkeit, mittels Unternehmensseiten ein Image zu transportieren. Laut LinkedIn nutzen 52% von Bewerbungskandidaten nebst der Unternehmenswebseite soziale Medien, um sich ein Bild eines potentiellen Arbeitgebers zu verschaffen.

Entsprechend sind die Bemühungen von Anbietern, zahlende Business-Kunden abzuholen und verschiedene Dienstleistungen rund ums Thema Personalgewinnung anzubieten. Laut LinkedIn-Geschäftsbericht ermöglicht die Plattform ihren Nutzern, den Rekrutierungs-, Marketing-, Verkaufs- und Lernprozess zu transformieren. Das findet offensichtlich Anklang: Der Umsatz des amerikanischen Unternehmens kletterte 2018 auf 5.3 Milliarden US-Dollar, 2017 betrug er 3 Milliarden.

Ähnlich klingt es bei Xing. Im Jahresbericht 2018 ist unter anderem von gesamtheitlichen Lösungen für rekrutierende Unternehmen die Rede. Mit dieser Strategie wurden vergangenes Jahr 263 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Der Marktwert des Online-Netzwerks wird derzeit auf 2 Milliarden US-Dollar geschätzt. Vor Kurzem kaufte Xing die Plattform Honeypot, wohl auch, um ausserhalb des deutschsprachigen Raums Fuss zu fassen. Zudem wurde in der zweiten Jahreshälfte ein Rebranding zu New Work angekündigt.

Rendering des Bahnhofs Korsvägen

Nichts tun und dabei verdienen – geht!

In Göteborg wird eine Auserwählte oder ein Auserwählter ab 2026 auf Lebenszeit ein Monatsgehalt einstreichen, ohne dafür zu arbeiten. Die Person muss lediglich zweimal am Tag eine Stempeluhr betätigen.