Geld für Frieden mit Waffen generiert

Munition für Waffen

Geld für Frieden mit Waffen generiert

Der Friedensnobelpreis 2017 war mit knapp 940’000 Euro dotiert. Erhalten hat ihn Ican, die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen. Ican ist ein Zusammenschluss von NGOs aus über 100 Ländern, der sich für die Ächtung und Abschaffung nuklearer Waffen engagiert. Die Nichtregierungsorganisation Facing Finance, ebenfalls bei Ican beteiligt, empfahl die Ablehnung des Preisgeldes. Denn: Es stammt unter anderem aus Fonds, die auch in Rüstungsunternehmen investieren.

Hinter dem Friedensnobelpreis – wie auch an den Nobelpreisen anderer Sparten – steckt die Nobel-Stiftung. Sie wurde von Alfred Nobel ins Leben gerufen, der es mit der Herstellung von Sprengstoffen zu Reichtum schaffte. Die Stiftung generiert ihr Vermögen unter anderem mittels Aktienfonds. Dass auch in teilweise rüstungsnahe Fonds investiert wird, ist nicht erst seit den Recherchen von Facing Finance bekannt.

Gemäss Lars Heikensten, Direktor der Nobel-Stiftung, ist die Institution dabei, neue Richtlinien für nachhaltige Investmentmöglichkeiten zu erarbeiten. Unternehmen, die internationale Konventionen verletzen, sollen künftig keine Gelder mehr erhalten. Tatsächlich listet der Jahresreport 2017 bei den Investitionen andere Fonds auf als jener des Vorjahres. Viele umstrittene Titel wie der RAFI US Index sind verschwunden. Offenbar wurde aber auch Geld im T. Rowe Price Institutional Mid-Cap Equity Growth (PMEGX) angelegt, ein Fonds, der mitunter in den US-Rüstungskonzern Textron investiert.

Die Rüstungsindustrie ist ein lukratives Geschäft. Gemäss des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri nahm der weltweite Waffenhandel zwischen 2013 und 2017 im Vergleich zur vorherigen Fünfjahresperiode um zehn Prozent zu. Auch in der Schweiz boomt das Business. Laut SECO wurden 2017 acht Prozent mehr Kriegsmaterial exportiert als 2016. 64 Länder erhielten unter anderem Munition und Waffen im Wert von insgesamt 446.8 Millionen Franken.

Es überrascht in Anbetracht der florierenden Industrie wenig, dass die Branche auch für Investoren anzieht. 2016 sollen Aktienindizes mit Rüstungsherstellern um 25 Prozent zugelegt haben. Die Organisation Solidarité sans frontières geht davon aus, dass Schweizer Pensionskassen jährlich 4 bis zwölf Milliarden Franken in Kriegsmaterialproduzenten investiert. Die Schweizer Nationalbank ist gemäss der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) an 34 der 100 grössten Rüstungsherstellern beteiligt.

Indes steigt der öffentliche Druck – das zeigt sich nicht nur beim Beispiel Nobel-Stiftung. 2015 entstand der Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen. Die sieben Gründungsmitglieder, darunter die Pensionskasse des Bundes Publica, verwalten insgesamt 150 Milliarden Schweizer Franken. Der Verein will im Rahmen seiner Anlageentscheide die Verantwortung gegenüber Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft ganzheitlich wahrnehmen können, wie es auf der Webseite heisst.

Bild von Beyoncé

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